Kunst & KulturKay Ganahl präsentiert: "Eier-Satire zum Osterfest"

Kay Ganahl präsentiert: „Eier-Satire zum Osterfest“

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Eine Kurzsatire zum bevorstehenden Osterfest

von Kay Ganahl – Das Osterfest ist das Fest der Eier. Wie sagt man noch? „Ein Ei folgt dem anderen!“ Es ist nicht der Hase, der die Eier legt, außerdem versteckt er sie nicht. Er ist es auch nicht, der sich in der Wohnung oder gar im Freien, möglichst bei schönem Wetter, auf die Suche nach ihnen begeben soll. Dies wäre ja Quatsch.

Der Hase ist offensichtlich ein Tier, dessen Intelligenz für diese Aktionen nicht geeignet ist. Was im Rahmen des Osterfestes die Funktion des Hasen ist, sagt uns die Tradition, von der hier aber nicht die Rede sein kann, weil wir satirisch sein wollen, also dem Humor huldigen. Der Hase schleppt alle Ostereier bloß heran …

Unsere Kinder werden in manchen Teilen Deutschlands dazu angeregt, sich am Ostersonntag – mit dem Osterhasen „im Hintergrund“, das christliche Osterfest befindet sich auf seinem Höhepunkt – auf die Eiersuche zu begeben, die unbedingt erfolgreich zu sein hat, damit alle an der Suche Beteiligten ihr Erfolgserlebnis haben. Eltern und andere Vertrauenspersonen gibt es, also Großeltern, Onkel, Tanten, Freunde, die ja durchaus wissen, wann, wie und wo Eier zu verstecken sind. Schließlich sind sie vernunftbegabte Lebewesen.

Endlosigkeit!
Die beliebte Suche nach Ostereiern, nach kunstvoll bemalten, jedenfalls bunten, muss neuerdings endlos sein. Also gibt es in der Realität des Festes, welches nun einmal Osterfest genannt wird – kein Mensch weiß, woran dies liegt – eine endlose Folge von Suchaktionen nach Eiern. Das sind ohne Ausnahme die Eier, die vom Osterhasen gebracht, dann vor allem von den Eltern versteckt und von den Kindern gesucht und gefunden werden.

Dieses Procedere wiederholt sich immer wieder, eben nicht nur am Ostersonntag: So können die eiersuchenden Kinder, die an Gott, an die Welt und an den Sinn des Ostereiersuchens glauben, immer wieder aufs Neue loslegen. Es könnte sich gewissermaßen um ein Geschenk eines schönen Mystik-Osterhasen an die Kinder der christlichen Welt handeln.

Als ich letztes Jahr die Ostereier-Suchaktionen der Kinder beobachten durfte, herrschte ein Zustand größter Freude! Gerade auch die Eltern konnten gar nicht genug vom Verstecken bekommen.

Das Jahr 2026
Wie ich gestern noch beobachten konnte, waren die am Suchen und Finden der Eier Beteiligten immer noch beschäftigt. Ich finde es sehr lobenswert, dass so viele sehr engagiert, also ohne Unterbrechung, von einem Osterfest zum anderen dieser Tätigkeit nachgehen.

Ich frage mich jedoch, warum das so ist. Ist denn überhaupt dieses ungeheure Engagement erforderlich? Es reicht doch wohl aus, wenn jedes Jahr pünktlich mit dem Karfreitag und dem Karsamstag, dann am Ostersonntag die Bereitschaft für das Eiersuchen und Eierfinden hergestellt wird. Und alle für die Aktion erforderlichen Beteiligten nur am Ostersonntag antreten und loslegen!

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