Anfrage zu Gewerbeflächen, Ausbildung, Infrastruktur und Verwaltung soll Klarheit schaffen
Solingen – Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Solingen hat eine umfassende Anfrage für die kommende Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Wirtschaft und Verwaltungsmodernisierung (AAWV) am 13. April 2026 eingereicht. Ziel ist es, einen genaueren Überblick über zentrale wirtschaftspolitische Handlungsfelder der Stadt zu erhalten und bestehende Entscheidungsgrundlagen zu verbessern.
Die Anfrage richtet sich an Oberbürgermeister Daniel Flemm sowie den Ausschussvorsitzenden und umfasst vier Themenbereiche: Gewerbeflächen, Arbeitskräfte, digitale Infrastruktur und Verwaltungseffizienz.
Gewerbeflächen: Fokus auf Revitalisierung statt Neubau
Ein Schwerpunkt der Anfrage liegt auf der Nutzung bestehender Gewerbeflächen. Die CDU möchte wissen, ob es eine systematische Übersicht über Flächen in den einzelnen Gewerbegebieten gibt, die für eine Revitalisierung infrage kommen – etwa durch Nutzungsänderungen, Eigentümerwechsel oder Betriebsaufgaben.
Hintergrund ist die zunehmende Flächenknappheit in Solingen. Aus Sicht der CDU gewinnt daher die Weiterentwicklung bestehender Flächen gegenüber der Ausweisung neuer Gewerbegebiete an Bedeutung. Eine solche Übersicht könne helfen, Leerstände zu vermeiden, Unternehmen gezielt anzusprechen und neue Ansiedlungen zu erleichtern. Zudem sei sie eine wichtige Grundlage für eine nachhaltige Stadtentwicklung.
Arbeitskräfte: Ausbildungsabbrüche im Blick
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Fachkräftesicherung. Die CDU fordert detaillierte Zahlen zu Ausbildungsabbrüchen in den vergangenen fünf Jahren. Dabei interessiert insbesondere, in welcher Phase die Ausbildung abgebrochen wurde, welche Gründe dafür vorlagen und wie sich die Abbrüche auf verschiedene Branchen verteilen.
Die Fraktion sieht in Ausbildungsabbrüchen nicht nur ein individuelles Problem für die Betroffenen, sondern auch einen wirtschaftlichen Schaden für Betriebe und den Standort insgesamt. Eine differenzierte Datenlage könne helfen, strukturelle Probleme frühzeitig zu erkennen und gezielte Maßnahmen zur Stabilisierung von Ausbildungsverhältnissen zu entwickeln.
Infrastruktur: Stand beim Glasfaserausbau
Auch der Ausbau der digitalen Infrastruktur steht im Fokus. Die CDU fragt nach dem aktuellen Stand der Glasfasererschließung in den Gewerbegebieten: Welche Flächen sind bereits vollständig versorgt, wo laufen noch Planungen und wann ist mit einem flächendeckenden Ausbau zu rechnen?
Nach Ansicht der Fraktion ist eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ein entscheidender Standortfaktor. Defizite könnten Investitionen hemmen und die Wettbewerbsfähigkeit Solingens beeinträchtigen. Eine transparente Übersicht sei daher notwendig, um gezielt steuern und priorisieren zu können.
Verwaltung: Digitalisierung als Standortfaktor
Im Bereich der Verwaltungseffizienz möchte die CDU wissen, welche regelmäßig anfallenden Prozesse zwischen Unternehmen und Stadtverwaltung bereits vollständig digitalisiert sind – und wo noch Nachholbedarf besteht.
Zudem wird gefragt, ob konkrete Pläne zur vollständigen Digitalisierung dieser Schnittstellen existieren. Aus Sicht der Fraktion sind schnelle, transparente und digitale Verfahren ein wesentlicher Faktor für die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts. Bürokratische Hürden und Medienbrüche könnten hingegen zu Wettbewerbsnachteilen führen.
CDU sieht Grundlage für gemeinsame Weiterentwicklung
Die Anfrage steht im Zusammenhang mit zwei Anträgen der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, die ebenfalls auf der Tagesordnung der Ausschusssitzung stehen. Die CDU begrüßt ausdrücklich den gemeinsamen Ansatz, die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt stärker in den Fokus zu rücken.
Zugleich betont die Fraktion, dass eine fundierte Bestandsaufnahme notwendig sei, um konkrete Maßnahmen zielgerichtet weiterzuentwickeln. Die Verwaltung wird gebeten, die Fragen zunächst mündlich in der Sitzung zu beantworten und die Ergebnisse anschließend zu protokollieren.
Auf dieser Basis sieht die CDU die Chance, gemeinsam mit den anderen Fraktionen tragfähige Lösungen für die zukünftige Ausrichtung der Solinger Wirtschaftspolitik zu erarbeiten.











