RegionalesStädte an Rhein und Wupper rücken enger zusammen im Kampf gegen Kriminalität

Städte an Rhein und Wupper rücken enger zusammen im Kampf gegen Kriminalität

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Erstes Netzwerktreffen der GeKo Rhein-Wupper setzt starkes Signal für Zusammenarbeit

Bergisches Land – Mit einem großen Vernetzungstreffen im Rathaus ist die neue Gemeinsame Koordinierungsstelle Rhein-Wupper (GeKo) offiziell in die praktische Arbeit gestartet. Vertreter aus Wuppertal, Leverkusen, Solingen, Remscheid und Langenfeld kamen erstmals mit zahlreichen Behörden zusammen, um ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen Kriminalität und Sozialleistungsmissbrauch deutlich auszubauen.


Breites Bündnis für mehr Schlagkraft

Neben kommunalen Spitzen waren auch Polizei, Staatsanwaltschaft, Zoll sowie Landes- und Bundeskriminalamt vertreten. Ziel ist es, bestehende Strukturen besser zu verzahnen und Informationen effektiver zu nutzen. Wuppertals Oberbürgermeisterin Miriam Scherff betonte die Bedeutung verlässlicher Partner – sowohl im Alltag als auch bei speziellen Projekten.

GeKo-Geschäftsführer Stefan Grawe hob hervor, dass die beteiligten Städte trotz unterschiedlicher Voraussetzungen voneinander profitieren können. Der Austausch von Erfahrungen und ein kritischer Blick auf eigene Abläufe seien zentrale Bausteine der Zusammenarbeit.


Fokus auf Missbrauch und Schattenwirtschaft

Inhaltlich richtet die GeKo ihren Blick auf mehrere Problemfelder: den Missbrauch von Sozialleistungen, dubiose Immobiliengeschäfte, Scheinanmeldungen sowie Geldwäsche in bargeldintensiven Branchen. Auch sogenannte Problemimmobilien und gewerbliche Scheinkonstruktionen stehen im Fokus.

Da die personellen Ressourcen zunächst begrenzt sind, legt eine Lenkungsgruppe Prioritäten fest. Unterstützt wird dieser Kurs von den beteiligten Stadtspitzen.


Prävention und Druck zugleich

Langfristig setzt das Bündnis vor allem auf Prävention. Durch das frühzeitige Erkennen von Betrugsmustern sollen Schäden für Kommunen und Staat verhindert werden. Gleichzeitig sind auch gezielte Kontrollen geplant, um Missstände sichtbar zu machen und gegebenenfalls gesetzliche Anpassungen anzustoßen.

Foto: Stefanie vom Stein (Stadt Wuppertal)

Leverkusens Oberbürgermeister Stefan Hebbel sieht in der Zusammenarbeit einen entscheidenden Vorteil: Kriminelle Strukturen machten nicht an Stadtgrenzen halt – daher müsse auch die Bekämpfung übergreifend organisiert sein.


Probleme auf dem Immobilienmarkt im Blick

Besondere Aufmerksamkeit gilt auffälligen Immobiliengeschäften. Langenfelds Bürgermeister Gerold Wenzens warnte vor Geldwäsche über Immobilieninvestitionen, die häufig zu schlechter Bewirtschaftung und Wettbewerbsverzerrungen führen. Seriöse Anbieter würden dadurch benachteiligt.


Netzwerk soll weiter wachsen

Die Initiatoren hoffen, dass sich künftig weitere Städte anschließen. Remscheids Oberbürgermeister Sven Wolf zeigte sich zuversichtlich, dass das Projekt schnell an Dynamik gewinnt. Mit steigender Beteiligung müsse dann auch die Struktur der Koordinierungsstelle erweitert werden.


Ein bislang einmaliges Modell

Fachlich begleitet wird die GeKo unter anderem von der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW. Dort wird das Konzept als bislang einzigartig bewertet – insbesondere wegen des Anspruchs, vorhandene Daten rechtskonform zu verknüpfen und gemeinsam zu nutzen.

Für den Herbst ist bereits eine gemeinsame Fachtagung mit der Sicherheitskooperation Ruhr geplant. Das erste Netzwerktreffen machte deutlich: Die beteiligten Behörden stehen geschlossen hinter der neuen Allianz – und wollen die Zusammenarbeit weiter vertiefen.

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