Köln – Es war ein Abend, der in die Vereinsgeschichte eingehen wird: Der Bergischer HC hat mit einem dramatischen 31:30 (11:11, 22:22, 27:27) nach Siebenmeter-Werfen gegen den favorisierten SC Magdeburg erstmals das Finale des DHB-Pokal erreicht. In einer elektrisierenden Atmosphäre in der LANXESS arena avancierte Linksaußen Noah Beyer zum Helden des Abends.
Nach 70 Minuten auf höchstem Niveau und einem nervenaufreibenden Siebenmeter-Krimi war es Beyer, der den entscheidenden Wurf verwandelte. Eiskalt setzte er den Ball oben links ins Netz und ließ Spieler, Trainerstab und Fans in Ekstase ausbrechen. Zuvor hatte Torhüter Christopher Rudeck mit mehreren Paraden – darunter ein gehaltener Strafwurf gegen Matthias Musche – den Grundstein für die Sensation gelegt.
Leidenschaft schlägt Favoriten
Von Beginn an zeigte der Außenseiter, dass er an seine Chance glaubte. Mit einer aggressiven und disziplinierten Defensive stellte der BHC den Champions-League-Sieger vor große Probleme. Zwischenzeitlich führten die Bergischen sogar mit 8:5, während Magdeburgs Angriffe immer wieder an der kompakten Abwehr oder am glänzend aufgelegten Rudeck scheiterten.
Auch offensiv überzeugte der BHC durch Geduld und Kreativität. Spieler wie Fynn Hangstein, Aron Seesing und Kim Voss-Fels setzten immer wieder wichtige Akzente. Zur Halbzeit stand ein verdientes 11:11 auf der Anzeigetafel – ein Zwischenstand, der die Hoffnung auf eine Überraschung am Leben hielt.
Drama bis zur letzten Sekunde
Die zweite Hälfte entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch. Trotz mehrerer Unterzahlsituationen ließ sich der BHC nicht abschütteln. Immer wieder fanden die Löwen Antworten auf Magdeburgs Vorstöße, und spätestens mit dem Ausgleich zum 22:22 war klar: Hier ist alles möglich.
In der Verlängerung schien der BHC bereits auf der Siegerstraße, doch zwei späte Treffer von Omar Ingi Magnusson retteten Magdeburg ins Siebenmeter-Werfen. Dort bewiesen die Bergischen schließlich die stärkeren Nerven.
Neben Beyer verwandelten auch Julian Fuchs und Lukas Becher ihre Würfe sicher. Rudeck parierte erneut entscheidend – und bereitete so den finalen Moment vor.
Stimmen voller Stolz und Respekt
„Das ist eine Wahnsinnssache. Ich bin unglaublich stolz auf die Jungs“, sagte BHC-Geschäftsführer Markus Pütz. „Viele kommen aus der Region, haben früher hier auf der Tribüne gesessen – und jetzt stehen wir im Finale. Das ist großes Kino.“
Auch Magdeburgs Trainer Benett Wiegert zeigte sich fair: „Der BHC hat absolut verdient gewonnen. Unsere Wurfquote war zu schlecht, und sie haben leidenschaftlich verteidigt.“
Finale vor Augen
Mit diesem Triumph schreibt der Bergische HC Geschichte – doch das Märchen ist noch nicht zu Ende. Im Finale wartet nun die nächste Herausforderung: die Füchse Berlin. Wieder in Köln, wieder vor rund 20.000 Zuschauern.
Der Traum vom Pokalsieg lebt. Und nach diesem denkwürdigen Abend scheint für den Bergischen HC plötzlich alles möglich.










