PolitikMIT Solingen: Entlastungsprämie darf nicht zur Belastungsprämie für Mittelstand und Handwerk werden

MIT Solingen: Entlastungsprämie darf nicht zur Belastungsprämie für Mittelstand und Handwerk werden

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Solingen – Die von CDU, CSU und SPD geplante steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie für Beschäftigte stößt im Mittelstand auf gemischte Reaktionen. Nach dem Beschluss der Parteispitzen können Arbeitgeber im Jahr 2026 freiwillig eine Prämie von bis zu 1.000 Euro auszahlen. Ziel ist es, Arbeitnehmer finanziell zu entlasten und ihre Kaufkraft zu stärken.

MIT warnt vor wachsendem Druck auf Betriebe

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Solingen sieht die Regelung jedoch kritisch. Die Vorsitzende Gerlinde Steingrüber warnt davor, dass die Entlastungsprämie für viele Unternehmen zur Belastung werden könnte. „Entlastung ist das Gebot der Stunde – für Beschäftigte und Betriebe. Deshalb darf die Entlastungsprämie nicht zu einer Belastungsprämie für Mittelstand und Handwerk werden“, erklärt sie.

Viele kleine und mittlere Unternehmen stünden bereits unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Auch wenn die Zahlung freiwillig sei, entstehe in der Praxis häufig eine Erwartungshaltung bei den Beschäftigten, die viele Betriebe nicht erfüllen könnten.

Kritik an eingeschränkter Ausgestaltung

Besonders problematisch sei die aktuelle Ausgestaltung der Prämie. Diese ist bislang nur für zusätzliche Leistungen vorgesehen. Die MIT fordert daher, den Anwendungsbereich deutlich zu erweitern. Auch Überstunden, Mehrarbeit sowie leistungsbezogene Entgeltbestandteile und Sonderzahlungen sollten steuer- und abgabenfrei honoriert werden können.

Forderung nach mehr zeitlichem Spielraum

Neben inhaltlichen Anpassungen plädiert die MIT auch für eine Verlängerung des Auszahlungszeitraums. Statt nur bis Ende 2026 sollte die Regelung bis zum 31. Dezember 2027 gelten. Hintergrund seien bereits abgeschlossene Finanzplanungen sowie Lohn- und Tarifverhandlungen in vielen Unternehmen.

„Damit möglichst viele Beschäftigte von der Prämie profitieren können, benötigen die Betriebe mehr Gestaltungsspielraum“, betont Steingrüber.

MIT vertritt Interessen des Mittelstands

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion ist mit rund 25.000 Mitgliedern der größte parteipolitische Wirtschaftsverband in Deutschland. Sie setzt sich für die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft sowie für die Interessen kleiner und mittlerer Unternehmen ein.

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