Köln – Im Rahmen ihrer Ländertour hat Kerstin Claus die Landesfachstelle Prävention sexualisierte Gewalt NRW (PsG.nrw) besucht. Begleitet wurde sie von Petra Ladenburger. Im Zentrum des Treffens stand die Frage, wie wirksame Prävention gelingen kann und wie Angebote auf regionaler, Landes- und Bundesebene besser verzahnt werden können.
Austausch über wirksamen Kinderschutz
Der Besuch bot Gelegenheit, die bestehenden Strukturen im Kinderschutz in Nordrhein-Westfalen genauer zu betrachten. Dabei ging es sowohl um zentrale Herausforderungen als auch um erfolgreiche Ansätze. Ein besonderer Fokus lag auf der Zusammenarbeit verschiedener Akteure und der Weiterentwicklung bestehender Angebote.
Claus betonte die Vorreiterrolle des Landes: Nordrhein-Westfalen habe bereits 2020 als erstes Bundesland eine eigene Landesfachstelle zur Prävention sexualisierter Gewalt eingerichtet. Dies habe den Schutz von Kindern und Jugendlichen nachhaltig gestärkt.
„Fachlich fundierte Praxis ist entscheidend“
Claus hob hervor, dass wirksamer Kinderschutz vor allem durch die Bündelung von Wissen, eine flächendeckende Qualitätsentwicklung und eine enge Vernetzung erreicht werde. Prävention müsse umfassend gedacht werden – von Schutzkonzepten über Krisenhilfe bis hin zu Fortbildungsangeboten.
Zugleich warnte sie vor einer Instrumentalisierung des Themas: Gerade in Zeiten, in denen Kinderschutz zunehmend von fachfremden Akteuren beeinflusst werde, brauche es eine differenzierte und fachlich fundierte Praxis.
Regionale Strukturen als Schlüssel
Auch Ladenburger unterstrich die Bedeutung der Landesfachstelle. Sie leiste einen zentralen Beitrag zum Schutz von Kindern und Jugendlichen und unterstütze Fachkräfte durch Beratung, Vernetzung und Qualifizierung.
Besonders wichtig seien die fünf Regionalstellen in Arnsberg, Detmold, Düsseldorf, Köln und Münster. Diese dienten als Anlaufstellen vor Ort und stärkten die Präventionsarbeit in der Fläche.
Herausforderungen im digitalen Raum
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war der Schutz von Kindern im digitalen Raum. Zudem wurde die enge Verbindung von Prävention und Intervention betont. Die Fachstelle, angesiedelt bei der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW, brachte dabei ihre langjährige Erfahrung aus der Praxis ein.
Positive Bilanz des Treffens
Der Vorstandsvorsitzende der AJS NRW, Roland Mecklenburg, zog ein positives Fazit. Der intensive Austausch habe gezeigt, wie wichtig kontinuierliche Vernetzung sei, um Kinder und Jugendliche wirksam zu schützen.
Auch Geschäftsführerin Britta Schülke betonte die gemeinsame Verantwortung: Kinderrechte müssten dauerhaft gestärkt und verteidigt werden.
Teil einer bundesweiten Ländertour
Der Besuch ist Teil einer mehrtägigen Reise von Claus durch Nordrhein-Westfalen. Ziel der Ländertour ist es, den Dialog zwischen Bund, Ländern und Fachpraxis zu stärken, erfolgreiche Ansätze sichtbar zu machen und bestehende Lücken im Kinderschutz zu identifizieren.
Ladenburger ist seit Februar im Amt und will sich insbesondere für die Anliegen von Kindern, Jugendlichen und Familien einsetzen. Die Landesfachstelle PsG.nrw gilt als bundesweit einmaliges Modell und richtet sich vor allem an Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe. Sie bietet Beratung, Qualifizierung und Vernetzung und trägt dazu bei, Schutzkonzepte flächendeckend zu verankern.










