WirtschaftBergische Unternehmer treffen Bundestagsabgeordnete in Berlin

Bergische Unternehmer treffen Bundestagsabgeordnete in Berlin

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Kritischer Austausch zur wirtschaftlichen Lage

Berlin/Bergisches Land – Die Bergische Industrie- und Handelskammer (IHK) hat den im Dezember gestarteten Protest der regionalen Industrie nun auf die politische Bühne in Berlin getragen. Nachdem rund 20 Unternehmer aus dem Bergischen Land mit einer symbolischen Aktion in der Wupper auf die strukturelle Krise der Industrie aufmerksam gemacht hatten, wurde der Dialog jetzt im politischen Zentrum Deutschlands fortgesetzt.

Gemeinsam mit der Deutsche Industrie- und Handelskammer trafen Vertreter des IHK-Präsidiums den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Stefan Rouenhoff, sowie die Bergischen Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt, Helge Lindh und Philipp Rottwilm zu einem offenen und kritischen Austausch über die wirtschaftliche Lage.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die drängenden Herausforderungen für den Industriestandort Deutschland. Dabei wurde deutlich: Die Probleme sind erkannt – nun müsse gehandelt werden.

IHK-Vizepräsident Andreas Groß brachte die Erwartungshaltung der Unternehmer auf den Punkt: „Wir haben in Deutschland kein Erkenntnisproblem. Was fehlt, sind Mut und Ehrlichkeit für eine klare Industriestrategie sowie die Bereitschaft zu unpopulären Reformen.“

Auch IHK-Präsident Henner Pasch betonte die Bedeutung des industriellen Mittelstands für Wirtschaft und Gesellschaft. „Der industrielle Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und damit zugleich eine tragende Säule unseres Sozialstaats und unserer Demokratie“, erklärte Pasch.

Mit Blick auf politische Lösungsansätze appellierte IHK-Vizepräsident Roman Diederichs an die Politik, die Unternehmen stärker einzubinden: „Vertrauen Sie uns Unternehmern. Wir sind Teil der Lösung und bieten unsere Unterstützung aktiv an.“

Einigkeit herrschte unter den Gesprächsteilnehmern über die angespannte wirtschaftliche Situation. Zugleich wurden bereits angestoßene und geplante Maßnahmen der Bundesregierung kritisch hinterfragt. Im Fokus standen insbesondere die Auswirkungen der Erbschaftsteuer auf Familienunternehmen, steigende Strompreise, wachsender internationaler Wettbewerbsdruck sowie die Folgen einer schwächelnden Industrie für das Sozialsystem.

Als zentrales Ergebnis des Treffens kristallisierten sich zwei Kernbotschaften heraus: Der Reformbedarf ist unstrittig – und die Geschwindigkeit der Umsetzung wird entscheidend sein. Zum Abschluss vereinbarten die Beteiligten, den konstruktiven Dialog auch künftig fortzusetzen.

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