Bürgergemeinschaft macht Dezernentin für umstrittenen Standortvorschlag verantwortlich
Solingen – In der Klingenstadt wächst der Widerstand gegen die Pläne der Stadtverwaltung, am Bülowplatz einen offiziellen Grillplatz einzurichten. Die Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS) weist den Vorschlag entschieden zurück und macht vor allem das von Dagmar Becker verantwortete Ressort 4 für den umstrittenen Vorstoß verantwortlich.
Hintergrund ist die Beschlussvorlage 929/2026, mit der die Verwaltung den Standort in die politische Beratung eingebracht hat. Für die BfS ist klar: Die politische und planerische Verantwortung für diesen Vorschlag liegt im Dezernat von Becker.
Standort mitten im Wohngebiet sorgt für Kritik
Im Mittelpunkt der Kritik steht die unmittelbare Nähe des geplanten Grillplatzes zur Wohnbebauung. Der Bülowplatz ist von Häusern eng umgeben – ein Umstand, den selbst die Verwaltung in ihrer Vorlage ausdrücklich benennt.
Für die Bürgergemeinschaft ist genau das der zentrale Fehler des Konzepts. Rauch, Gerüche und zusätzlicher Lärm würden zwangsläufig die Lebensqualität der Anwohner beeinträchtigen.
Bezirksvertreter Jan Salewski spricht in diesem Zusammenhang von einem „planerischen Irrweg“ und wirft der Verwaltung vor, die Realität im Wohnquartier auszublenden.
Kritik an Becker: Verantwortung für „Irrweg“
Besonders deutlich wird die Bürgergemeinschaft bei der Frage der Verantwortung. Dass ein Standort mit so engem Bezug zur Wohnbebauung im Dezernat von Dagmar Becker als geeignet bewertet wurde, sei schwer nachvollziehbar.
Nach Auffassung der Kritiker trägt Becker damit die politische Verantwortung für einen Vorschlag, der neue Konflikte schaffe, statt bestehende zu lösen.
Der Vorwurf: Statt geeignete Flächen mit ausreichend Abstand zur Wohnbebauung zu identifizieren, werde hier ein rechtlich und praktisch problematischer Standort forciert.
Rechtsprechung könnte zum Problem werden
Die Bürgergemeinschaft verweist zudem auf zahlreiche Gerichtsurteile zum Grillen in Wohngebieten. Diese hätten wiederholt deutlich gemacht, dass Rauch- und Geruchsbelästigungen in dicht bebauten Wohnlagen nur in engen Grenzen hinnehmbar sind.
Aus Sicht der Kritiker werden diese rechtlichen Rahmenbedingungen in der Vorlage nicht ausreichend berücksichtigt.
Sollte der Grillplatz eingerichtet werden, seien Konflikte mit Anwohnern und mögliche Unterlassungsklagen absehbar.
Ziele der Vorlage drohen ins Gegenteil umzuschlagen
Nach Darstellung der Verwaltung soll das Konzept dazu beitragen, Erholungsräume zu schützen, Nutzungskonflikte zu reduzieren und die Aufenthaltsqualität zu verbessern.
Die Bürgergemeinschaft sieht jedoch das Gegenteil: zusätzliche Belastungen für die Nachbarschaft, mehr Lärm und weniger Ruhe in einem ohnehin dicht besiedelten Quartier.
Gerade deshalb sei der Standort aus Sicht der Kritiker ein Beispiel für verfehlte Planung.
Forderung: Vorschlag zurückziehen
Die BfS fordert, den Bülowplatz kurzfristig von der Liste möglicher Grillstandorte zu streichen und stattdessen alternative Flächen mit größerem Abstand zur Wohnbebauung zu prüfen.
Zudem fordert sie eine frühzeitigere Beteiligung der Anwohner bei künftigen Standortentscheidungen.
Entscheidung mit politischer Sprengkraft
Die kommenden Beratungen in der Bezirksvertretung dürften zeigen, ob die Verwaltung an dem Vorschlag festhält oder zurückrudert.
Fest steht schon jetzt: Die Diskussion um den Grillplatz am Bülowplatz ist längst mehr als eine Standortfrage. Für Dagmar Becker könnte sie zum politischen Belastungstest werden – und für ihre Kritiker steht fest, dass dieser Vorschlag ein Irrweg ist, für den ihr Dezernat die Verantwortung trägt.










