Historische Kulisse für ein Zukunftsthema
Solingen – Im LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs traf am Dienstagabend Vergangenheit auf Zukunft: Das historische Schlüssellager des Industriemuseums bot den passenden Rahmen für eine hochaktuelle Diskussion über die Zukunft von Ausbildung und Arbeitswelt. Auf Einladung der Mittelstands- und Wirtschaftsunion der CDU Solingen kamen Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung zusammen, um über das Thema „KI statt Azubis? – Folgen für Fachkräftemangel und Ausbildung“ zu diskutieren.
Hochkarätig besetztes Podium
Unter der Moderation der MIT-Vorsitzenden Gerlinde Steingrüber diskutierten namhafte Experten über Chancen und Herausforderungen des technologischen Wandels. Mit dabei waren Stefan Kulozik, Ministerialdirigent im NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Nathalie Schöndorf von der Bundesagentur für Arbeit, Ralf Zimmermann, Geschäftsführer der Otto Röhrig Gesenkschmiede GmbH und Vorsitzender des Industrieverbands für Schneid- und Haushaltswaren, sowie Torsten Küster, Stadtrat und Studiendirektor am Friedrich-List-Berufskolleg Solingen.
KI verändert die Arbeitswelt
In der Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt nachhaltig verändern wird. Sie kann Prozesse vereinfachen, Abläufe beschleunigen und Effizienz steigern. Einig waren sich die Teilnehmer jedoch darin, dass KI den Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften nicht ersetzen kann. Vielmehr steigen die Anforderungen an Qualifikation und Ausbildung weiter an.
Ausbildung muss sich weiterentwickeln
Ein zentraler Punkt der Diskussion war die Notwendigkeit, Ausbildung stärker an technologische Entwicklungen anzupassen. Neben fachlichem Wissen gewinnen Kompetenzen wie Problemlösungsfähigkeit, Kreativität und soziale Fähigkeiten immer mehr an Bedeutung. Gleichzeitig wurde betont, dass Unternehmen weiterhin in Ausbildung investieren und junge Menschen gezielt fördern müssen.
Lehrkräfte im Fokus des Wandels
Deutlich wurde auch, dass der Wissensstand zum Thema Künstliche Intelligenz bei Lehrkräften sehr unterschiedlich ist. Um Schülerinnen und Schüler zeitgemäß und praxisnah auf die Arbeitswelt vorzubereiten, müsse dieses Wissen dringend vereinheitlicht und erweitert werden. Nur so könne eine qualitativ hochwertige Ausbildung langfristig sichergestellt werden.
KI als Chance begreifen
MIT-Vorsitzende Gerlinde Steingrüber brachte die Kernaussage des Abends auf den Punkt: „Wir sollten KI als Chance, nicht als Gegner sehen.“
Das Fazit der Veranstaltung fiel eindeutig aus: Am Anfang und am Ende steht immer der Mensch. Künstliche Intelligenz wird Ausbildung nicht ersetzen, sondern grundlegend verändern. Die Herausforderung besteht darin, diesen Wandel aktiv und verantwortungsvoll zu gestalten.
Die Veranstalter zeigten sich mit der großen Resonanz und der konstruktiven Diskussion sehr zufrieden und kündigten an, das Thema auch künftig weiter zu begleiten.










