Großrazzia in Wuppertal: Drei Männer in U-Haft – Spur führt nach Bayern
Wuppertal/Traunstein – Ein spektakulärer Schlag gegen den internationalen Drogenhandel: Ermittler haben in Wuppertal ein riesiges Kokain-Versteck mit 636 Kilogramm Kokain ausgehoben. Das Rauschgift war hinter einer doppelten Wand in einer Gewerbeimmobilie versteckt. Drei mutmaßliche Mitglieder einer Drogenbande sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Der Schwarzmarktwert der sichergestellten Drogen liegt bei mehr als 45 Millionen Euro.
Die Ermittlungen laufen unter Leitung der Staatsanwaltschaft Traunstein gemeinsam mit dem Zollfahndungsamt München und des Bundeskriminalamtes.
Erste Spur bei Verkehrskontrolle
Die Ermittlungen gegen die mutmaßliche Bande laufen bereits seit Anfang 2025. Der erste entscheidende Hinweis kam Ende Mai vergangenen Jahres: Bei einer Kontrolle auf der Autobahn A8 bei Bad Feilnbach entdeckten Beamte der bayerischen Grenzpolizei 16,5 Kilogramm Kokain in einem Auto mit zwei Männern.
Dieser Fund brachte die Ermittler auf die Spur eines mutmaßlich weit verzweigten Schmuggel-Netzwerks, das Kokain regelmäßig nach Deutschland gebracht und hier verkauft haben soll.
Großeinsatz mit 130 Beamten
Am 15. und 16. April schlugen die Behörden zu: Rund 130 Einsatzkräfte von Zoll, Bundespolizei und Bundeskriminalamt durchsuchten insgesamt neun Objekte in und um Wuppertal.
Ziel der Aktion war ein 50-jähriger Mann, der im Verdacht steht, als Mitglied der Bande Drogentransporte organisiert zu haben. Laut Ermittlern soll er Fahrzeuge mit professionell eingebauten Verstecken eingesetzt haben, um Kokain nach Deutschland zu schmuggeln.
Der Mann wurde festgenommen.
Drogenlager und Waffen entdeckt
Der größte Fund gelang in einer Gewerbehalle: Hinter einer versteckten Wand entdeckten Zollfahnder den mutmaßlichen „Rauschgiftbunker“ mit den 636 Kilogramm Kokain.
Zusätzlich fanden die Beamten dort zwei teilgeladene scharfe Schusswaffen.

Vor Ort wurden außerdem zwei weitere Männer im Alter von 33 und 39 Jahren festgenommen. Auch gegen sie sieht die Justiz einen dringenden Tatverdacht.
Richter ordnet Untersuchungshaft an
Ein Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Traunstein bestätigte den Haftbefehl gegen den Hauptverdächtigen und erließ Haftbefehle gegen die beiden weiteren Männer.
Alle drei sitzen nun in Untersuchungshaft.
Für sie gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.
„Erfolgsmodell im Kampf gegen Organisierte Kriminalität“
Die Behörden sehen den Schlag als wichtigen Erfolg im Kampf gegen international organisierte Drogenkriminalität.
Nach Angaben der Justiz basiert das Verfahren auf dem sogenannten „Traunsteiner Modell“ – einer Spezialeinheit zur Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität, die seit 2018 in Bayern aufgebaut wurde und eng mit internationalen Partnern wie Europol und Eurojust zusammenarbeitet.
Die Ermittlungen gegen weitere mögliche Beteiligte dauern an.










