Gefahr aus dem Boden: Schadstoffe im Grundwasser entdeckt
Solingen – In der Klingenstadt sind gefährliche Chemikalien im Grundwasser nachgewiesen worden. Wie die Umweltbehörde mitteilte, wurden bei vorsorglichen Untersuchungen punktuelle Belastungen mit sogenannten PFAS festgestellt. Die Stoffe gelten als besonders problematisch, weil sie sich kaum abbauen und sich über Jahre in Umwelt und Körper anreichern können.
Die Stadt reagiert nun mit einer dringenden Warnung an Besitzer privater Brunnen. Wer Wasser aus Garten- oder Hausbrunnen nutzt, sollte äußerste Vorsicht walten lassen.
Stadt rät von Nutzung privater Brunnen ab
Nach Angaben der Behörden sollten private Brunnen bis auf Weiteres nicht mehr zur Bewässerung von Obst, Gemüse oder anderen Nutzpflanzen verwendet werden – es sei denn, eine aktuelle Laboranalyse bestätigt ausdrücklich die Unbedenklichkeit des Wassers.
Auch als Tränkwasser für Tiere sollte Brunnenwasser nur nach vorheriger Untersuchung genutzt werden. Besitzer registrierter Trinkwasserbrunnen werden von der Stadt direkt informiert.
Die Behörden betonen, dass es sich um eine Vorsichtsmaßnahme handelt. Dennoch zeigt die Warnung, wie ernst die Lage eingeschätzt wird.
Leitungswasser laut Stadtwerken sicher
Entwarnung gibt es dagegen beim normalen Trinkwasser aus der Leitung. Die Stadtwerke Solingen teilten mit, dass das öffentliche Trinkwassernetz nicht betroffen sei. Das Leitungswasser werde regelmäßig kontrolliert und könne weiterhin ohne Einschränkungen genutzt werden.
„Ewigkeits-Chemikalien“ mit möglichen Gesundheitsrisiken
PFAS stehen für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Die Industrie nutzt sie seit Jahrzehnten, etwa in beschichteten Pfannen, Outdoor-Kleidung, Verpackungen oder Löschschäumen. Wegen ihrer extremen Beständigkeit werden sie auch „Ewigkeits-Chemikalien“ genannt.
Das Problem: Gelangen PFAS ins Grundwasser, verschwinden sie praktisch nicht mehr. Über Wasser und Nahrung können die Stoffe in den menschlichen Körper gelangen und sich dort anreichern.
Experten warnen seit Jahren vor möglichen gesundheitlichen Folgen. Bei langfristiger Belastung stehen PFAS unter Verdacht, das Immunsystem zu schwächen, Leberwerte zu verändern und das Hormonsystem zu beeinträchtigen.
Stadt sucht nach Ursache der Belastung
Die Umweltbehörde arbeitet nach eigenen Angaben gemeinsam mit Fachinstituten daran, die Herkunft der Schadstoffe zu ermitteln. Zudem sollen weitere Messpunkte eingerichtet werden, um das Ausmaß der Belastung genauer zu erfassen.
Brunnenbesitzer, die bereits Wasseranalysen durchgeführt haben oder künftig durchführen lassen, werden gebeten, ihre Ergebnisse an die Stadt weiterzugeben. Auch bislang nicht gemeldete Brunnen sollen registriert werden.
Analyseergebnisse können per E-Mail an die Stadt Solingen übermittelt werden: pfas@solingen.de
Behörden setzen auf Prävention
Die Stadt betont, dass die aktuellen Maßnahmen vor allem dem vorbeugenden Gesundheitsschutz dienen. Ziel sei es, die lebenslange Aufnahme der problematischen Stoffe möglichst gering zu halten.
Der Fund in Solingen reiht sich in eine wachsende Zahl von PFAS-Fällen in Deutschland ein – und zeigt erneut, wie schwer kontrollierbar die langlebigen Chemikalien inzwischen geworden sind.










