Bergisches Land – Der April im Wuppergebiet war deutlich zu trocken und gleichzeitig ungewöhnlich sonnig. Nach Angaben des Wupperverbandes setzte sich damit der Trend der vergangenen Monate fort: Vielerorts fiel erheblich weniger Regen als üblich – teilweise nicht einmal die Hälfte der durchschnittlichen Niederschlagsmenge.
Deutlich weniger Regen als im Durchschnitt
Besonders auffällig waren die niedrigen Werte an mehreren Messstationen im Bergischen Land. An der Bever-Talsperre in Hückeswagen wurden im April lediglich 33 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Der langjährige Durchschnitt liegt dort bei 83 Litern. Ähnlich trocken blieb es an der Großen Dhünn-Talsperre: Die Station Lindscheid registrierte 37 Liter Niederschlag statt der üblichen 69 Liter.
Auch in Wuppertal und Solingen fiel deutlich weniger Regen als gewöhnlich. An der Kläranlage Buchenhofen in Wuppertal wurden nur 30 Liter gemessen, der Mittelwert liegt dort bei 71 Litern. Die Messstelle an der Kläranlage Solingen-Burg verzeichnete ebenfalls lediglich 30 Liter – normalerweise fallen dort rund 72 Liter im April.
Besonders auffällig: In den letzten zehn Tagen des Monats blieb es komplett trocken.
Regen konzentrierte sich auf wenige Tage
Der meiste Niederschlag fiel Mitte April. Der 18. April war an den Stationen Lindscheid, Buchenhofen und Solingen-Burg der niederschlagsreichste Tag des Monats. Dort wurden zwischen elf und 15 Liter Regen gemessen. An der Bever-Talsperre fiel der stärkste Regen bereits am 17. April mit 16 Litern pro Quadratmeter.
Die höchste Niederschlagsmenge im gesamten Wuppergebiet wurde an der Messstelle Nordstraße in Remscheid registriert. Dort fielen im April 39 Liter Regen. Am trockensten blieb es in Wuppertal-Beyenburg mit lediglich 25 Litern. Im langjährigen Mittel werden dort normalerweise 78 Liter gemessen.
Wasserwirtschaftsjahr bislang deutlich im Minus
Auch die Gesamtbilanz des laufenden Wasserwirtschaftsjahres zeigt ein deutliches Niederschlagsdefizit. Das Wasserwirtschaftsjahr läuft vom 1. November 2025 bis zum 31. Oktober 2026. Bis Ende April wurden an der Bever-Talsperre insgesamt 485 Liter Regen pro Quadratmeter registriert. Im Durchschnitt fallen in diesem Zeitraum etwa 690 Liter. Damit fehlen derzeit rund 200 Liter Niederschlag.
Unterschiedliche Füllstände der Talsperren
Die Talsperren des Wupperverbandes weisen derzeit unterschiedliche Füllstände auf. Die großen Brauchwassertalsperren, die unter anderem dem Hochwasserschutz und der Stabilisierung des Wasserstands der Wupper dienen, sind unterschiedlich gut gefüllt: Die Bever-Talsperre liegt bei 92 Prozent, die Wupper-Talsperre dagegen nur bei 64 Prozent.
In der Großen Dhünn-Talsperre, die als wichtigste Trinkwassertalsperre der Region zusätzlich Hochwasserschutzaufgaben übernimmt, beträgt der Füllstand derzeit 58 Prozent.
Deutlich besser gefüllt sind die Kerspe- und die Herbringhauser Talsperre mit 95 beziehungsweise 81 Prozent.
April brachte ungewöhnlich viel Sonne
Neben der Trockenheit war der April in Nordrhein-Westfalen auch ungewöhnlich warm und sonnig. Der Deutsche Wetterdienst meldete für NRW eine Durchschnittstemperatur von 9,8 Grad Celsius. Damit lag der Monat 1,5 Grad über dem klimatologischen Referenzwert.
Auch die Zahl der Sonnenstunden fiel deutlich höher aus als üblich: Rund 240 Sonnenstunden wurden im April registriert – ein überdurchschnittlich hoher Wert für diese Jahreszeit.










