Nordrhein-Westfalen – Die Warnstreiks bei der Deutschen Telekom werden bundesweit ausgeweitet – auch Nordrhein-Westfalen ist von den verschärften Arbeitskampfmaßnahmen betroffen. Die Gewerkschaft ver.di kündigte an, dass die Beschäftigten vom 19. bis zum 21. Mai 2026 ganztägig die Arbeit niederlegen werden. Höhepunkt der Aktionen in NRW soll eine zentrale Demonstration mit anschließender Kundgebung am Mittwoch in Köln sein. Dort werden nach Angaben von ver.di mehr als 2.000 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesland erwartet.
Druck vor der nächsten Tarifrunde steigt
Mit den erweiterten Streiks will ver.di den Druck auf die Arbeitgeber vor der vierten Verhandlungsrunde am 26. und 27. Mai erhöhen. Bereits in den vergangenen Wochen hatten sich bundesweit mehr als 32.000 Beschäftigte an vollschichtigen Warnstreiks beteiligt.
Der ver.di-Verhandlungsführer Frank Sauerland erklärte, die Beschäftigten seien entschlossen, ihre Forderungen durchzusetzen. Die bisherigen Angebote der Arbeitgeber reichten aus Sicht der Gewerkschaft nicht aus und müssten deutlich verbessert werden.
Auch in Nordrhein-Westfalen zeigt sich laut ver.di eine hohe Beteiligung an den Arbeitskampfmaßnahmen. Der NRW-Landesarbeitskampfleiter Martin Wolff sprach von wachsendem Unmut unter den Beschäftigten. Die Mitarbeiter hätten „genug von vagen Angeboten und leeren Wertschätzungsfloskeln“. Mit den ausgeweiteten Streiks und der Kundgebung in Köln solle nun landesweit Druck aufgebaut werden.
Auswirkungen für Kunden erwartet
Für Telekom-Kunden dürften die Streiks erneut spürbare Folgen haben. Bereits am vergangenen Samstag waren nach Angaben von ver.di vier Telekom-Filialen streikbedingt geschlossen geblieben. Die Gewerkschaft rechnet auch in den kommenden Tagen mit weiteren Filialschließungen und Einschränkungen im Service.
Demonstration zieht durch die Kölner Innenstadt
Die Teilnehmer der Protestaktion in Köln versammeln sich am Mittwoch, 20. Mai, ab 11.00 Uhr in der Sternengasse vor einem Telekom-Standort. Anschließend zieht der Demonstrationszug zum Heumarkt, wo die Abschlusskundgebung stattfinden soll.
Neben Köln sind in dieser Woche weitere Kundgebungen und Aktionen in Hannover, Frankfurt, Stuttgart, Schwerin, Nürnberg, München und Berlin geplant.
Das fordert ver.di
In der laufenden Tarifrunde fordert ver.di für die Beschäftigten der Deutschen Telekom eine Entgelterhöhung von 6,6 Prozent bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. Zusätzlich verlangt die Gewerkschaft einen Mitgliederbonus für ver.di-Mitglieder in Höhe von 660 Euro jährlich.
Auch Auszubildende und duale Studenten sollen nach den Vorstellungen der Gewerkschaft profitieren. Für sie fordert ver.di eine monatliche Erhöhung der Vergütung um 120 Euro sowie einen zusätzlichen Mitgliederbonus von 240 Euro pro Jahr.
Der Telekom-Konzern in Deutschland umfasst insgesamt 20 tarifgebundene Gesellschaften mit jeweils eigenen Tarifverträgen. Der Großteil der aktuellen Entgelttarifverträge läuft noch bis Ende März 2026.










