CDU-Vorstoß stößt auf Kritik – Zustimmung hingegen beim Fronhof-Projekt
Solingen – Die Diskussion um mehr Sicherheit in der Ohligser Unterführung sorgt für politische Debatten in Solingen. Während die CDU in der Bezirksvertretung Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid prüfen lassen will, ob eine Videoüberwachung in der Unterführung möglich ist, reagieren die Grünen deutlich zurückhaltend. Sie warnen vor vorschnellen Eingriffen in Freiheitsrechte und setzen stattdessen auf eine bessere Gestaltung des Umfelds.
Aus Sicht der Grünen sei die Unterführung zwar für manche Menschen ein „Angstraum“, ein Kriminalitätsschwerpunkt sei der Bereich jedoch nicht. „Entscheidend ist, das Sicherheitsgefühl an diesem Ort zu stärken, ohne vorschnell auf Freiheitseingriffe wie Videoüberwachung zu setzen“, erklärte Niklas Geßner, ordnungs- und sicherheitspolitischer Sprecher der Grünen-Ratsfraktion.
Sicherheit durch Gestaltung statt Kameras
Die Partei begrüßt allerdings, dass die CDU neben der Sicherheitsfrage auch die Sanierung der Unterführung in den Blick nimmt. Ein gepflegter, sauberer und gut beleuchteter Ort könne wesentlich dazu beitragen, dass sich Menschen sicherer fühlen. Bereits jetzt setze die Deutsche Bahn Maßnahmen vor Ort um. Zudem hätten die Grünen in der Vergangenheit Vorschläge gemacht, wie der Hauptbahnhof und sein Umfeld attraktiver gestaltet werden könnten.
Grundsätzlich sehen die Grünen Kameras kritisch. „Das Gefühl von Sicherheit entsteht nicht durch Kameras, sondern durch Orte, an denen sich Menschen selbstverständlich und gerne aufhalten“, betonten Marco Saleik und Niklas Geßner gemeinsam. Vorrang hätten deshalb bessere Beleuchtung, mehr Sauberkeit, soziale Kontrolle und eine konsequente Sanierung der Unterführung.
Zustimmung für CDU-Kurswechsel beim Fronhof
Während die Grünen beim Thema Videoüberwachung auf Distanz zur CDU gehen, schlagen sie bei einem anderen Innenstadtprojekt versöhnlichere Töne an. So begrüßt die Ratsfraktion ausdrücklich den Kurswechsel der CDU beim geplanten Umbau des Fronhofs. Nachdem die Christdemokraten zuvor ein Moratorium und damit einen Planungsstopp gefordert hatten, sei die nun offenbar mögliche Zustimmung „ein wichtiges Signal für die Innenstadtentwicklung“.
Helga Bisier, Grünen-Mitglied in der Bezirksvertretung Mitte, zeigte sich erleichtert, dass das Projekt nun vorankommen könne. Besonders der vergrößerte Spielplatz sei ein Gewinn für Familien. Gleichzeitig kritisieren die Grünen jedoch das monatelange Hin und Her in der politischen Debatte. Dadurch sei wertvolle Zeit verloren gegangen.
Fronhof soll attraktiver werden
Die geplante Umgestaltung des Fronhofs gilt für die Grünen als wichtiger Baustein für eine attraktivere Innenstadt. Neben mehr Aufenthaltsqualität fordern sie zusätzliche Sitzplätze, Begrünung, Wasserspender und eine modernere Pflasterung. Ziel sei es, den Platz sowohl als Aufenthaltsort als auch als Veranstaltungsfläche zukunftsfähig weiterzuentwickeln.










