Solingen – Der Seniorenbeirat in der Klingenstadt hat die angekündigten Fahrpreiserhöhungen im Tarifgebiet des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr scharf kritisiert. Die am 20. Mai bekannt gewordenen Pläne würden insbesondere ältere Menschen finanziell zusätzlich belasten, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Gremiums.
Sorge um steigende Lebenshaltungskosten
Nach Auffassung des Seniorenbeirats seien die Preissteigerungen gerade für Seniorinnen und Senioren schwer nachvollziehbar. Viele ältere Menschen hätten bereits jetzt mit deutlich gestiegenen Lebenshaltungskosten zu kämpfen. Höhere Ticketpreise im öffentlichen Nahverkehr würden die Situation weiter verschärfen.
Der Beirat appelliert deshalb eindringlich an die Verantwortlichen des VRR und der beteiligten Tarifpartner, die geplanten Preiserhöhungen noch einmal zu überdenken oder gegebenenfalls auszusetzen.
Kritik an höheren Kosten zwischen Städten
Besonders kritisch sieht der Seniorenbeirat die Preisentwicklung bei Fahrten über Stadtgrenzen hinweg. Der Übergang von einer Kommune in die nächste dürfe nicht zu einer zusätzlichen finanziellen Hürde werden, betont das Gremium.
In diesem Zusammenhang verweist der Seniorenbeirat auf seine bereits am 19. November 2025 verabschiedete Resolution. Darin hatte sich das Gremium unter anderem für sozialverträgliche und verständliche Tarife im Nahverkehr ausgesprochen.
Forderung nach analogem Ticketkauf
Ein weiterer Schwerpunkt der Stellungnahme betrifft die Möglichkeit, Fahrkarten weiterhin ohne digitale Hilfsmittel erwerben zu können. Der Seniorenbeirat fordert, dass Menschen auch künftig ohne Smartphone oder Internetzugang Busse und Bahnen problemlos nutzen können.
Viele ältere Fahrgäste seien auf analoge Angebote angewiesen. Dazu gehörten klassische Fahrkartenautomaten, persönliche Verkaufsstellen oder gedruckte Tickets. Eine zunehmende Digitalisierung dürfe nicht dazu führen, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen vom öffentlichen Nahverkehr ausgeschlossen werden.
„Lebensqualität darf nicht eingeschränkt werden“
Nach Ansicht des Seniorenbeirats würde ein rein digital ausgerichtetes Ticketsystem die Lebensqualität vieler älterer Menschen beeinträchtigen. Einige Seniorinnen und Senioren empfänden dies sogar als Form der Diskriminierung.
Der Beirat kündigte an, sich weiterhin für eine barrierefreie und sozial gerechte Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs einzusetzen.










