Pflegeschüler leiten vier Wochen lang die alterstraumatologische Pflegegruppe am Städtischen Klinikum
Solingen – Vier Wochen lang lag die Verantwortung für die alterstraumatologische Pflegegruppe des Städtischen Klinikums in den Händen von 17 angehenden Pflegefachkräften. Nach einer kurzen Einarbeitungsphase führten die Auszubildenden die Station eigenständig – und sammelten dabei wertvolle Erfahrungen für ihren bevorstehenden Berufseinstieg.
Praxisnahes Lernen für das Examen
„Cool!“ – mit diesem Wort fasst Julian Hölscher die vergangenen Wochen zusammen. Gemeinsam mit seinen Mitschülerinnen und Mitschülern übernahm der 20-Jährige die Leitung der Station und stellte sich damit einer völlig neuen Herausforderung. Aufgaben wie die Gruppen- und Schichtleitung, die Organisation des Pflegealltags sowie die leitliniengerechte Dokumentation gehörten plötzlich zum Alltag der angehenden Pflegekräfte.
Für Rebecca Mütze war das Projekt eine wichtige Vorbereitung auf die Zukunft: „Das war richtig gut fürs Examen.“ In nur wenigen Wochen werden die Oberkursschüler ihre dreijährige Ausbildung abschließen und selbst Verantwortung auf den Stationen übernehmen.
Selbstbewusst in die Zukunft
Auch die Verantwortlichen des Klinikums ziehen eine positive Bilanz. Nathalie Hannemann, Nadine Bäcker und Ivonne Obetzhauser, die die praktische Ausbildung koordinieren, begleiteten das Projekt im Hintergrund gemeinsam mit erfahrenen Pflegekräften und Praxisanleitern.
„Unsere Azubis sind mit jedem Tag selbstsicherer und souveräner geworden“, berichtet Ivonne Obetzhauser. Für ihre Kollegin Nadine Bäcker war die Entwicklung besonders beeindruckend: „Das war, als würden Kinder flügge. Jetzt sind sie bereit für die Aufgaben, die noch kommen werden.“
Zwar standen die erfahrenen Kräfte jederzeit bereit, um im Notfall einzugreifen, notwendig sei das jedoch nicht gewesen. „Die Auszubildenden hatten alle Patientinnen und Patienten stets im Blick und haben die Situationen sicher eingeschätzt“, betont Obetzhauser.
Teamarbeit als Schlüssel zum Erfolg
Zu Beginn brauchten die Schülerinnen und Schüler etwas Zeit, um in ihre neuen Rollen hineinzufinden. Doch schnell entwickelte sich ein funktionierendes Team. „Wir haben uns schnell zusammengefunden“, sagt Rebecca Mütze.
Besonders positiv hebt sie die Unterstützung der Stationsleitungen hervor. Diese seien unter anderem für die Dienstplanung zuständig gewesen und hätten versucht, die Wünsche aller fair zu berücksichtigen. „Das war schon sehr fair“, so die 21-Jährige.
Verantwortung weit über die Pflege hinaus
Neben der direkten Versorgung der Patientinnen und Patienten standen die Auszubildenden auch vor organisatorischen Herausforderungen. Jede Schicht musste koordiniert, Aufgaben verteilt und Zeitpläne eingehalten werden. Auch die Dokumentation durfte nicht vernachlässigt werden.
„Das war eine komplett neue Aufgabe für uns“, sagt Julian Hölscher. Gerade für eher zurückhaltende Schülerinnen und Schüler bedeutete die Leitungsfunktion einen großen Schritt aus der Komfortzone.
Erfolgreiches Projekt mit Zukunft
Das Projekt „Auszubildende leiten eine Station“ hat am Städtischen Klinikum bereits Tradition. Neu war diesmal jedoch die Dauer: Erstmals lief das Projekt über vier Wochen – ein Wunsch, den frühere Ausbildungskurse immer wieder geäußert hatten.
Für Rebecca Mütze steht fest: „Das war richtig gut.“










