Freizeit & SportFreibad Heide: Entscheidung über Öffnung soll Ende Juni fallen

Freibad Heide: Entscheidung über Öffnung soll Ende Juni fallen

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Weitere PCB-Untersuchungen laufen – Stadt will gesundheitliche Risiken ausschließen

Solingen – Die Entscheidung über die Zukunft der diesjährigen Freibadsaison in der Ohligser Heide rückt näher. Nachdem das Freibad aufgrund von Schadstofffunden in alten Lackschichten bislang geschlossen bleiben musste, rechnet die Stadt nun damit, Ende Juni Klarheit über eine mögliche Öffnung zu haben. Voraussichtlich rund um die Sitzung des Sportausschusses am 24. Juni sollen Politik und Öffentlichkeit über die Ergebnisse laufender Untersuchungen informiert werden.

Bereits in den vergangenen Wochen hatte die Stadt darüber berichtet, dass bei Vorbereitungen für Sanierungsarbeiten Polychlorierte Biphenyle (PCB) in alten Farbschichten der Becken entdeckt worden waren. Die Stoffe gelten abhängig von ihrer Konzentration als gesundheitsschädlich und machten weitere Untersuchungen erforderlich.

Drei Untersuchungsreihen sollen Klarheit schaffen

Nach Angaben der Verwaltung laufen derzeit umfangreiche Beprobungen in allen drei Becken des Freibades – dem Schwimmer-, Nichtschwimmer- und Planschbecken.

Dabei werden unterschiedliche Fragestellungen untersucht. Materialproben sollen zeigen, in welchen Lackschichten PCB vorhanden sind. Wischproben dienen dazu festzustellen, ob Schadstoffe durch Berührung der Oberflächen oder beispielsweise über Sonnencreme aufgenommen werden könnten. Entscheidend sind zudem die Wasserproben. Sie sollen Aufschluss darüber geben, ob PCB aus den alten Beschichtungen ins Beckenwasser übergehen oder im Material gebunden bleiben.

Für aussagekräftige Ergebnisse muss das Wasser über einen längeren Zeitraum in den Becken stehen. Deshalb wird insbesondere die Untersuchung des Schwimmerbeckens erst Mitte Juni möglich sein.

Stadt setzt auf Vorsicht

Die Verwaltung betont, dass der Schutz der Badegäste oberste Priorität habe. Erst wenn sämtliche Untersuchungsergebnisse vorliegen und eine gesundheitlich relevante Belastung ausgeschlossen werden könne, werde über eine Öffnung entschieden.

„Die Gesundheit und der Schutz der Badegäste stehen über allem“, heißt es aus dem Rathaus. Ein sicherer Badebetrieb müsse gewährleistet sein, bevor die Tore des Freibades geöffnet werden könnten.

Wie gefährlich ist PCB?

PCB wurden jahrzehntelang in der Bau-, Elektro- und Kunststoffindustrie eingesetzt und fanden sich unter anderem in Farben, Lacken und Dichtungsmassen. Wegen ihrer gesundheitsschädlichen Eigenschaften sind Herstellung und Verwendung heute verboten beziehungsweise stark eingeschränkt.

Nach Einschätzung von Fachleuten nehmen Menschen PCB vor allem über die Nahrung auf, insbesondere über fettreiche tierische Lebensmittel. Eine Aufnahme über die Haut gilt im Alltag dagegen als vergleichsweise gering. Genau deshalb sollen die aktuellen Untersuchungen klären, ob im Freibad überhaupt ein relevantes Gesundheitsrisiko besteht.

Sollten die Experten zu dem Ergebnis kommen, dass mögliche Hautkontakte toxikologisch unbedenklich sind und keine kritischen PCB-Werte im Wasser vorliegen, könnte das Freibad nach Angaben der Stadt kurzfristig für Besucher geöffnet werden.

Lackschichten stammen aus den 1960er- und 1970er-Jahren

Die PCB-belasteten Schichten befinden sich nach Angaben der Stadt in älteren Farbanstrichen, die teilweise noch aus den 1960er- und 1970er-Jahren stammen. Im Laufe der fast 100-jährigen Geschichte des Freibades seien bei Renovierungen immer wieder neue Beschichtungen aufgetragen worden.

Ob die diesjährige Freibadsaison in der Heide wie geplant stattfinden kann, soll sich nun in den kommenden Wochen entscheiden. Bis dahin bleibt das Freibad weiterhin geschlossen.

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