Dies & DasWenn der Druck auf dem Kessel zu groß wird

Wenn der Druck auf dem Kessel zu groß wird

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Der Mob kennt keine Schuldigen…

Ein Gastkommentar von Carsten Stoffel – Erinnern wir uns mal zurück an die rassistischen Unruhen von Solingen 1993. Weder der Autovermieter noch das Möbelhaus noch die anderen zahlreich zertrümmerten Geschäfte konnten etwas für die fürchterliche Tat, derer wir jedes Jahr gedenken.

Unter hohem persönlichen Einsatz war es OB Gerd Kaimer, der mit einem Megafon zu dem wütenden Mob ging und darum ersucht hat, bitte damit aufzuhören. Gerd Kaimer war ein über Parteigrenzen hinaus respektierter Mann, dem es gelungen ist, am Schauplatz der Eskalation für Ruhe zu sorgen. Fast 14 Tage erlebte ich damals diesen Ausnahmezustand.

Und heute? Heute ist dieser Ausnahmezustand zum Regelfall geworden. Kein Tag vergeht mehr, an dem es nicht irgendwo brennt, sei es im Geiste oder tatsächlich. Kein Tag vergeht, ohne dass ich von Attentaten auf wehrlose Menschen hören muss. Statt sich um Gewalttäter zu kümmern, beschäftigen sich ganze Kohorten gut genährter Schreibtischpolizisten mit „Hate Speech“, nur weil die Menschen sich nicht mehr anders zu helfen wissen, als ihren Unmut in mehr oder weniger gut formulierten Sätzen in sozialen Netzwerken zu posten.

Früher ging man halt in die Kneipe und hat seinen Frust mit ein paar Gläsern Bier runtergespült, dabei ein bisschen über die Regierung geschimpft – und das war’s.

Nachdem Sozialdemokraten und Grüne die Kneipe als Ort der Kommunikation erfolgreich zerstört haben, bleibt vielen nur noch das Überdruckventil der sozialen Medien. Beleidigungen und dergleichen waren auch früher bereits strafbar, nur war es den Wirtsleuten wohl eher Wurst. Wenn ein Gast es übertrieben hatte, gab es eine Ansage vom Wirt, der zusätzlich zu seinen Aufgaben am Zapfhahn auch noch Türsteher, Seelsorger und Schiedsrichter war. Die gute alte Zeit eben.

Dass europaweite Gewaltexzesse durch Schutzsuchende auch das Klientel der Menschen erreichen, die eher zu rustikaleren Methoden neigen, statt Spannungen auszudiskutieren, wundert mich jedenfalls nicht, auch wenn ich es nicht gut finde. Der Druck auf dem Kessel ist inzwischen einfach zu groß geworden. Dazu kommt das Gefühl der Ohnmacht, dass die Politik sich für die Interessen der einfachen Leute ohnehin nicht interessiere. Auch deshalb wachsen Parteien in der Gunst der Wähler, die Lösungen für das Problem der überfordernden Migration anbieten.

Enthauptungen auf offener Straße, am helllichten Tag und an einem schwerbehinderten Mann, durch einen „Flüchtling“ – das geht auf keine Kuhhaut mehr. Man möchte der Politik eigentlich nur noch sagen: Löst dieses Problem schnell, bevor die Menschen das Vertrauen verlieren, dass ihr dazu überhaupt noch in der Lage seid.

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