SolingenSeniorenbeirat in Solingen kritisiert geplante Pflegereform der Bundesregierung deutlich

Seniorenbeirat in Solingen kritisiert geplante Pflegereform der Bundesregierung deutlich

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Sorge um pflegende Angehörige und deren Altersvorsorge

Solingen – Der Seniorenbeirat der Klingenstadt übt deutliche Kritik an den Reformplänen von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. Insbesondere die Überlegung, dass die Pflegeversicherung künftig keine Rentenbeiträge mehr für pflegende Angehörige zahlen soll, stößt bei dem Gremium auf scharfen Widerstand.

Nach Ansicht des Seniorenbeirats würde eine solche Maßnahme das Armutsrisiko im Alter erhöhen – insbesondere für Frauen, die einen Großteil der häuslichen Pflege leisten. „Hier wird bei den Falschen gespart“, heißt es in einer Stellungnahme des Beirats.

Pflege zu Hause trägt das System

Der Seniorenbeirat erinnert daran, dass der überwiegende Teil der Pflegebedürftigen in Deutschland nach wie vor im häuslichen Umfeld versorgt wird. Diese Aufgabe übernehmen häufig Angehörige aus persönlicher Verbundenheit und oftmals auch Menschen, die selbst bereits das Rentenalter erreicht haben.

Bislang zahlt die Pflegeversicherung Rentenbeiträge für Angehörige, die regelmäßig Pflegeleistungen erbringen. Damit soll verhindert werden, dass pflegende Familienmitglieder später mit geringeren Rentenansprüchen benachteiligt werden.

Milliardenersparnis für den Staat

Aus Sicht des Seniorenbeirats leistet die häusliche Pflege einen erheblichen Beitrag zur Stabilität des Pflegesystems. Die Versorgung von Pflegebedürftigen in den eigenen vier Wänden spare dem Staat jährlich Milliardenbeträge, die andernfalls für stationäre Pflegeeinrichtungen aufgebracht werden müssten.

Die geplanten Kürzungen würden daher ausgerechnet jene treffen, die das Pflegesystem seit Jahrzehnten mittragen. Der Seniorenbeirat warnt davor, die Bereitschaft zur häuslichen Pflege durch finanzielle Nachteile weiter zu schwächen.

Appell an die Bundesregierung

Der Seniorenbeirat fordert die Bundesregierung auf, die bestehenden Regelungen zum Schutz pflegender Angehöriger beizubehalten. Die häusliche Pflege sei eine bewährte und unverzichtbare Ressource, die erhalten und gestärkt werden müsse.

„Sorgearbeit darf keine Gratisarbeit sein“

Zum Abschluss verweist das Gremium auf die gesellschaftliche Bedeutung von Pflege- und Sorgearbeit. Diese werde noch immer nicht ausreichend anerkannt, obwohl sie einen wichtigen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt leiste.

„Sorgearbeit wird offensichtlich immer noch als Gratisarbeit angesehen und hat nicht den hohen Stellenwert, der ihr eigentlich gebührt“, fasst der Seniorenbeirat seine Kritik zusammen.

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