RegionalesVRR-Bericht: Licht und Schatten für den Bahnverkehr rund um die Klingenstadt

VRR-Bericht: Licht und Schatten für den Bahnverkehr rund um die Klingenstadt

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S1 bleibt Vorzeigelinie, RE7 weiter großes Sorgenkind

Solingen – Der aktuelle Qualitätsbericht des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) zeichnet für die Bahnverbindungen in Solingen ein gemischtes Bild. Während einige Linien bei der Pünktlichkeit überzeugen oder sich verbessern konnten, bleiben Zuverlässigkeit und Komfort auf wichtigen Strecken weiterhin ein Problem.

Besonders positiv fällt die Entwicklung bei der S1 auf. Mit einer durchschnittlichen Verspätung von weniger als einer Minute gehört sie zu den pünktlichsten Bahnlinien im gesamten VRR-Gebiet. Im verbundweiten Vergleich belegt die Linie einen Spitzenplatz und konnte sich gegenüber dem Vorjahr nochmals verbessern.

S7 wird pünktlicher

Auch auf der Strecke des „Müngsteners“ zwischen Solingen, Remscheid und Wuppertal gibt es Fortschritte. Die S7 kam 2025 im Durchschnitt mit 1 Minute und 43 Sekunden Verspätung an ihr Ziel. Damit verbesserte sich die Linie gegenüber dem Vorjahr um 26 Sekunden.

Die ebenfalls in Solingen haltende RB48 bewegt sich mit einer durchschnittlichen Verspätung von 3 Minuten und 9 Sekunden im Mittelfeld der Regionalbahnlinien. Deutlich schlechter schneidet dagegen der RE7 ab. Fahrgäste mussten auf der Verbindung zwischen Köln, Solingen, Wuppertal und dem Ruhrgebiet durchschnittlich 7 Minuten und 52 Sekunden zusätzliche Reisezeit einplanen. Damit zählt der RE7 erneut zu den unpünktlichsten Linien im gesamten Verbundgebiet.

Als Ursachen nennt der VRR unter anderem die hohe Belastung der Strecken durch Fernverkehr, überlastete Knotenpunkte sowie infrastrukturelle Probleme.

Hohe Ausfallquote belastet die S7

Deutlich kritischer als die Pünktlichkeit bewertet der VRR die Zuverlässigkeit der S7. Fast zwölf Prozent aller Fahrten fielen im vergangenen Jahr unvorhergesehen aus. Damit gehört die Linie zu den ausfallanfälligsten Verbindungen im gesamten VRR.

Die Folgen spiegeln sich auch in der Fahrgastzufriedenheit wider. Im verbundweiten Vergleich landet die S7 auf einem der hinteren Plätze. Besonders häufig kritisieren Fahrgäste Ausfälle, mangelhafte Informationen bei Störungen und den Zustand der Fahrzeuge.

Kritik an Fahrzeugen und Service

Neben den Ausfällen weist der Qualitätsbericht weitere Schwachstellen auf. Bei der Fahrgastinformation zählt die S7 zu den schlechtesten Linien im VRR. Auch bei Sauberkeit und Fahrzeugzustand werden nur hintere Plätze erreicht.

Besonders problematisch ist die Situation bei den Toiletten. Bei rund drei Viertel aller Fahrten stand den Reisenden keine Toilette zur Verfügung – der schlechteste Wert aller untersuchten Bahnlinien im Verbundgebiet.

GRÜNE fordern moderne Züge für die Müngstener Strecke

Die Solinger GRÜNEN sehen sich durch die Zahlen in ihrer Forderung nach einer Modernisierung der S7 bestätigt. „Die bessere Pünktlichkeit der S7 zeigt, dass Fortschritte möglich sind. Gleichzeitig macht der Qualitätsbericht deutlich, dass die Fahrgäste auf der Müngstener Strecke weiterhin mit erheblichen Mängeln konfrontiert sind“, erklärt Mobilitätssprecher Finn Grimsehl-Schmitz.

Die Partei fordert den möglichst schnellen Einsatz moderner batterie-elektrischer Triebzüge (BEMU). Diese könnten nach Ansicht der GRÜNEN die Zuverlässigkeit, den Komfort und die Qualität der Verbindung zwischen Solingen, Remscheid und Wuppertal nachhaltig verbessern.

Gemischte Bilanz für Solingens Pendler

Unter dem Strich zeigt der VRR-Bericht für Solingen ein widersprüchliches Bild: Die S1 zählt weiterhin zu den besten Linien im Verbundgebiet, die S7 konnte ihre Pünktlichkeit verbessern. Gleichzeitig sorgen die hohe Ausfallquote und die Qualitätsmängel auf der Müngstener Strecke sowie die anhaltenden Probleme beim RE7 weiterhin für Frust bei vielen Pendlerinnen und Pendlern.

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