Solingen. Gewalt, Ausgrenzung und Mobbing an Schulen nehmen nach Einschätzung der CDU-Fraktion auch in der Klingenstadt einen immer größeren Stellenwert ein. Vor dem Hintergrund einer aktuellen wissenschaftlichen Studie aus Berlin fordert die CDU, das Thema nach den Sommerferien intensiv in den politischen Gremien zu beraten.
Berliner Studie sieht zunehmende Gewalt an Schulen
Auslöser der erneuten Debatte ist das Anfang der Woche vorgestellte Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass Gewalt und Konflikte an Schulen von vielen Lehrkräften als großes oder sogar sehr großes Problem wahrgenommen werden. Auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler berichten demnach von körperlichen Übergriffen und Ausgrenzung.
Die schulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Simone Lammert, bezeichnet die Ergebnisse als „Weckruf“. Besonders besorgniserregend sei die Entwicklung an Grundschulen, wo Konflikte nach ihrer Einschätzung immer schneller eskalierten.
CDU verweist auf Anfrage an die Stadtverwaltung
Bereits im April hatte die CDU-Fraktion eine umfangreiche Anfrage an die Stadtverwaltung zum Thema „Konfliktfähigkeit und Mobbingprävention in Kitas und Schulen“ gestellt. Eine Antwort steht nach Angaben der Fraktion bislang noch aus. Diese sei inzwischen für die Zeit nach der Sommerpause angekündigt worden.
Nach Ansicht der CDU könne die Situation in Berlin zwar nicht eins zu eins auf Solingen übertragen werden. Dennoch handele es sich um eine Entwicklung, die bundesweit beobachtet werde und deshalb auch vor Ort aufmerksam verfolgt werden müsse.
Schulsozialarbeit soll weiter gestärkt werden
Die CDU hebt in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Schulsozialarbeit hervor. Selbige leistet wichtige Arbeit in den Bereichen Prävention, Krisenintervention, Beratung sowie bei Gruppen- und Einzelfallangeboten.
Nach Auffassung der Fraktion seien die Möglichkeiten in Solingen jedoch auch von der Finanzierung abhängig. Die CDU sieht hier weiterhin einen höheren Förderbedarf durch das Land Nordrhein-Westfalen.
Beratungen nach den Sommerferien geplant
Nach Gesprächen mit Vertretern der Solinger Elternschaft sowie Lehrkräften und Schulsozialarbeitern sieht die CDU Hinweise darauf, dass mangelnde Konfliktfähigkeit, sinkende Toleranzschwellen und zunehmendes Mobbing auch in Solinger Kitas und Schulen eine wachsende Herausforderung darstellen.
CDU-Ratsmitglied Ilka Riege kündigt deshalb an, dass sich die Fraktion dafür einsetzen werde, das Thema nach den Sommerferien sowohl im Schulausschuss als auch im Jugendhilfeausschuss ausführlich zu beraten. Ziel sei es, gemeinsam Maßnahmen zur Stärkung der Konfliktfähigkeit und zur wirksamen Mobbingprävention zu entwickeln.











