PolitikSG_zukunft übt scharfe Kritik an Theater-Studie: "Wie geht das eigentlich?"

SG_zukunft übt scharfe Kritik an Theater-Studie: „Wie geht das eigentlich?“

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Fraktion stellt Entscheidungsgrundlage für Zukunft von Theater und Konzerthaus infrage

Solingen – Kurz vor den politischen Beratungen über die Zukunft des Theater- und Konzerthauses verschärft die Ratsfraktion der SG_zukunft ihre Kritik an der von der Stadt vorgestellten Szenarien-Studie. In einer ausführlichen Stellungnahme stellt die Wählergemeinschaft insbesondere die Entstehung der Studie, die zugrunde gelegten Annahmen sowie die finanziellen und ökologischen Auswirkungen eines möglichen Neubaus infrage.

Zweifel an Neutralität der Studie

Nach Auffassung der SG_zukunft sei die Untersuchung nicht so ergebnisoffen, wie sie dargestellt werde. Die Fraktion zieht dabei Parallelen zu Unternehmensberatungen, die häufig bereits mit einem klar umrissenen Auftrag beauftragt würden und am Ende genau das gewünschte Ergebnis präsentierten.

Nach Ansicht der Wählergemeinschaft seien die Grundlagen der Studie maßgeblich von der Verwaltung beziehungsweise der Feuerwehr geliefert worden. Die verwendeten Daten seien aus ihrer Sicht nicht unabhängig überprüft worden. Das beauftragte Architekturbüro habe diese Informationen anschließend professionell aufbereitet und sei – so die Kritik – folgerichtig zu dem Ergebnis gelangt, das den Vorstellungen der Verwaltung entspreche.

Abriss statt Erhalt?

Besonders kritisch sieht SG_zukunft die Überlegungen, das bestehende Theater- und Konzerthaus abzureißen, um auf dem Gelände eine neue Feuer- und Rettungswache zu errichten.

Die Fraktion verweist darauf, dass Theater nach Einschätzung vieler Fachleute heute nur noch selten neu gebaut würden und bestehende Kulturgebäude grundsätzlich erhalten werden sollten. Kultur dürfe nicht ausschließlich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten bewertet werden.

Umweltaspekte und Verkehrsfolgen angesprochen

Darüber hinaus kritisiert SG_zukunft, dass nach ihrer Auffassung wesentliche Faktoren in der Studie unzureichend berücksichtigt worden seien. Dazu zählt unter anderem das sogenannte „graue CO₂“, das beim Abriss großer Betonbauwerke freigesetzt beziehungsweise bereits in den bestehenden Baustoffen gebunden sei. Auch der unter dem Gebäude befindliche Bunker sei nach Ansicht der Fraktion bislang nicht ausreichend in die Betrachtung einbezogen worden.

Zudem befürchtet SG_zukunft verkehrliche Auswirkungen durch einen möglichen Neubau einer Feuerwache an diesem Standort. Häufige Rettungseinsätze könnten nach Einschätzung der Fraktion den Verkehr auf wichtigen Hauptachsen sowie den öffentlichen Nahverkehr zusätzlich belasten.

Warnung vor unkalkulierbaren Kosten

Einen weiteren Schwerpunkt legt die Wählergemeinschaft auf die finanziellen Risiken eines Neubauprojekts. Angesichts der in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Baukosten sei fraglich, ob heutige Kostenschätzungen am Ende eingehalten werden könnten.

Als Beispiel nennt SG_zukunft den Neubau der Feuerwache in Ohligs. Dieser habe nach Angaben der Fraktion statt ursprünglich geplanter 14 Millionen Euro letztlich mehr als 34 Millionen Euro gekostet. Die Wählergemeinschaft sieht darin ein Beispiel dafür, wie schwierig verlässliche Kostenprognosen bei öffentlichen Bauprojekten seien.

Entscheidung steht bevor

Die Zukunft des Theater- und Konzerthauses beschäftigt in den kommenden Tagen die politischen Gremien der Stadt. Bereits am Montag werden die Ergebnisse der Szenarien-Studie öffentlich vorgestellt, bevor sich der Stadtrat Anfang kommender Woche mit dem weiteren Vorgehen befasst. Dabei wird es unter anderem um die Frage gehen, ob eine vertiefende Machbarkeitsstudie für ausgewählte Varianten in Auftrag gegeben werden soll.

Mit ihrer Stellungnahme macht SG_zukunft deutlich, dass sie erhebliche Zweifel an den bisherigen Planungen hat und einen Abriss des Theater- und Konzerthauses weiterhin kritisch bewertet. Die politische Diskussion über die Zukunft des Gebäudes dürfte damit weiter an Schärfe gewinnen.

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