Bildungsverband fordert mehr Aufklärung und Verantwortung aller Beteiligten
Solingen – Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Solingen spricht sich gegen ein pauschales Verbot sozialer Medien für Kinder und Jugendliche aus. Statt genereller Verbote fordert der Bildungsverband mehr Medienkompetenz, einen wirksamen Kinder- und Jugendschutz im digitalen Raum sowie eine stärkere Verantwortung von Politik, Eltern, Schulen und Plattformbetreibern.
Hintergrund ist die immer wieder aufkommende Diskussion über mögliche Altersbeschränkungen oder Verbote für jüngere Schülerinnen und Schüler. Nach Auffassung des VBE würden solche Forderungen jedoch zu kurz greifen.
„Wir müssen die Risiken sozialer Medien ernst nehmen, dürfen aber nicht den Fehler machen, einfache Antworten auf komplexe Herausforderungen zu geben. Ein pauschales Verbot löst die eigentlichen Probleme nicht. Viel wichtiger ist es, Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, digitale Medien verantwortungsvoll und kritisch zu nutzen. Dafür braucht es gute Rahmenbedingungen und daher ist die aktuelle Abfrage der CDU in Solingen zum Stand der schulischen Medienausstattungen auch genau richtig“, erklärt Jens Merten, Vorsitzender des VBE Solingen.
Soziale Medien gehören zum Alltag junger Menschen
Der Bildungsverband verweist darauf, dass soziale Medien für viele junge Menschen längst mehr seien als reine Unterhaltungsangebote. Sie dienten der Information, Kommunikation und gesellschaftlichen Teilhabe. Deshalb müsse der verantwortungsvolle Umgang mit digitalen Medien stärker gefördert werden, anstatt deren Nutzung grundsätzlich zu verbieten.
Zugleich fordert der VBE eine konsequentere Regulierung der Plattformbetreiber. Dazu gehörten wirksame und datenschutzkonforme Altersverifikationen, die konsequente Durchsetzung bestehender gesetzlicher Regelungen sowie ein besserer Schutz vor problematischen Inhalten.
Fehlende Freizeitangebote verstärken die Bedeutung digitaler Räume
Nach Auffassung des VBE gewinnen soziale Medien auch deshalb immer mehr an Bedeutung, weil analoge Treffpunkte und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche zunehmend unter Druck geraten.
„Auch in Solingen erleben wir, dass Freizeitangebote und Orte der Begegnung für junge Menschen unter Druck geraten. Wer digitale Räume einschränken möchte, muss gleichzeitig dafür sorgen, dass ausreichend attraktive analoge Alternativen vorhanden sind. Andernfalls wird die Lebensrealität vieler Kinder und Jugendlicher schlicht ignoriert“, betont Daniel Weber, stellvertretender Vorsitzender des VBE Solingen.
Schulen können die Aufgabe nicht allein bewältigen
Der VBE macht zugleich deutlich, dass Schulen bei der Vermittlung von Medienkompetenz zwar eine wichtige Rolle spielten, die Verantwortung jedoch nicht allein tragen könnten. Gefordert seien ebenso Eltern, Politik und die Betreiber digitaler Plattformen.
„Medienkompetenz entsteht nicht durch Verbote, sondern durch Begleitung, Aufklärung und Bildung. Schulen leisten dabei einen wichtigen Beitrag, können diese Aufgabe aber nicht allein schultern. Es braucht ein gemeinsames Handeln aller Beteiligten. Die Stadt Solingen geht hier mit dem Schulpsychologischen Dienst Coppelstift um Markus Surrey schon richtige Wege. Diese gilt es konsequent weiterzuverfolgen – aber natürlich müssen Maßnahmen immer wieder auf ihre Wirksamkeit überprüft werden“, so Merten.
Diese Forderungen stellt der VBE
Der VBE Solingen fordert eine konsequente Durchsetzung bestehender gesetzlicher Regelungen gegenüber Plattformbetreibern, wirksame und datenschutzkonforme Altersverifikationen, eine stärkere Förderung der Medienkompetenz in Schule und Gesellschaft sowie den Erhalt und Ausbau analoger Begegnungs- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche.
Nach Überzeugung des Bildungsverbandes brauchen Kinder und Jugendliche Orientierung, Schutz und Bildung im digitalen Raum – pauschale Verbote würden ihrer Lebenswirklichkeit hingegen nicht gerecht.











