Solingen. Dramatische Szenen am frühen Freitagmorgen in Solingen-Wald: In einem achtgeschossigen Mehrfamilienhaus am Hegelring ist eine Wohnung im vierten Obergeschoss in voller Ausdehnung in Brand geraten. Weil zunächst davon ausgegangen wurde, dass sich noch eine Person in der Wohnung befindet, rückte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot unter dem Stichwort „Feuer – Menschenleben in Gefahr“ aus. Insgesamt mussten zehn Menschen aus dem Gebäude gerettet werden.

Gegen 6.57 Uhr gingen zahlreiche Notrufe in der Leitstelle der Feuerwehr ein. Bereits beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte schlugen Flammen aus einem Fenster auf der Vorderseite des Gebäudes. Auf der Rückseite trat dichter Rauch aus, zudem hatte sich das Treppenhaus bereits mit Brandrauch gefüllt. Für zahlreiche Bewohner der oberen Etagen war der Fluchtweg dadurch abgeschnitten.
Menschenrettung über das Treppenhaus und die Drehleiter
Sofort gingen mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz in das Gebäude vor, um nach der vermissten Person zu suchen und den Brand zu bekämpfen. Gleichzeitig wurde über eine Drehleiter das Feuer von außen eingedämmt, wodurch eine Ausbreitung auf die darüberliegenden Wohnungen verhindert werden konnte.
Parallel durchsuchten weitere Einsatzkräfte das Treppenhaus und retteten zahlreiche Bewohner aus ihren Wohnungen. Unter ihnen befand sich auch eine vierköpfige Familie mit kleinen Kindern, die direkt über der Brandwohnung lebt. In ihre Wohnung war bereits Brandrauch eingedrungen.
Insgesamt rettete die Feuerwehr zehn Menschen aus dem Gebäude. Weitere Bewohner, insbesondere aus den oberen Stockwerken, wurden zügig evakuiert.
Vermisste Person nicht in der Brandwohnung
Die zunächst vermisste Person wurde entgegen der ersten Befürchtungen nicht in der Brandwohnung angetroffen. Insgesamt waren nach Angaben der Feuerwehr 35 Bewohner von dem Einsatz betroffen.

Fünf Menschen erlitten den Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung. Sie wurden nach der Erstversorgung durch den Rettungsdienst in das Klinikum Solingen gebracht. Nach ersten Erkenntnissen wurden die Betroffenen lediglich leicht verletzt.
Vorsorglich MANV ausgelöst
Da beim Eintreffen der Einsatzkräfte zunächst unklar war, wie viele Menschen verletzt worden waren, erhöhte die Einsatzleitung vorsorglich das Einsatzstichwort auf einen Massenanfall von Verletzten (MANV). Dadurch wurden zahlreiche weitere Rettungsdienstfahrzeuge sowie der Leitende Notarzt (LNA) und der Organisatorische Leiter des Rettungsdienstes (OrgL) sowie der Löschzug der Feuer- und Rettungswache II nachalarmiert. Auch zahlreiche Rettungswagen (RTW), mehrere Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) und der Führungsdienst der Feuerwehr aus Wuppertal rückten zur Unterstützung an, mussten letztlich jedoch nicht mehr eingesetzt werden.

Während des Einsatzes betreuten Einsatzkräfte des Betreuungszuges des Malteser Hilfsdienstes die betroffenen Bewohner. Zusätzlich stellte die Stadtwerke Solingen einen Bus bereit, in dem sich die Menschen während der Löscharbeiten aufhalten konnten. Der Stadtdienst Wohnen war ebenfalls vor Ort, um bei Bedarf Ersatzunterkünfte organisieren zu können.
Nur die Brandwohnung ist unbewohnbar
Nach Abschluss der Löscharbeiten stellte sich heraus, dass lediglich die ausgebrannte Brandwohnung unbewohnbar ist. Alle übrigen Bewohner konnten in ihre Wohnungen zurückkehren.
Während des Feuerwehreinsatzes kam es auf dem Hegelring sowie in den Bereichen Schopenhauer Straße, Schellingstraße und Heresbachstraße zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Um den Brandschutz im übrigen Stadtgebiet sicherzustellen, besetzten die Löscheinheiten Gräfrath, Ohligs und Rupelrath der Freiwilligen Feuerwehr während des Einsatzes die verwaisten Feuer- und Rettungswachen der Berufsfeuerwehr.
Die Ursache des Brandes war zunächst unklar. Die Polizei hat die Ermittlungen dazu aufgenommen. Angaben zur Schadenshöhe lagen am Freitagmittag noch nicht vor.











