Solingen – Seit 15 Jahren begleitet das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) am Städtischen Klinikum Solingen Kinder mit Entwicklungsstörungen, psychischen Erkrankungen und Behinderungen auf ihrem Weg. Was einst mit zwei Räumen und drei Mitarbeitern begann, ist heute ein wichtiger Baustein der medizinischen Versorgung in der Region. Gleichzeitig steht das Zentrum vor einer großen Herausforderung: Die Nachfrage ist so hoch, dass Familien inzwischen rund ein Jahr auf einen Termin warten müssen.
Fester Bestandteil des Solinger Netzwerks
Für Dr. Sven Propson, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, ist das Sozialpädiatrische Zentrum ein Beispiel dafür, wie gut die Zusammenarbeit in Solingen funktioniert. Niedergelassene Kinderärzte, Therapiezentren, die Frühförderstelle, das Coppelstift, das Autismuszentrum und viele weitere Einrichtungen arbeiteten eng zusammen, um Kindern bestmöglich zu helfen.
Seit seiner Gründung vor 15 Jahren ist das SPZ kontinuierlich gewachsen. Mittlerweile werden dort jährlich mehr als 2.000 Fälle behandelt – Tendenz steigend. Aus dem kleinen Angebot innerhalb der Kinderklinik ist eine spezialisierte ambulante Einrichtung geworden, die weit über Solingen hinaus gefragt ist.
Nachfrage steigt – Wartezeit inzwischen bei einem Jahr
Mit der steigenden Zahl an Patientinnen und Patienten wächst allerdings auch die Belastung des Zentrums. Trotz zusätzlicher Räume und eines erweiterten Teams müssen Familien inzwischen mit langen Wartezeiten rechnen.
„Ich traue es mich kaum zu sagen, wir sind inzwischen bei einem Jahr“, erklärt die Leiterin des SPZ, Dr. Ruth Klaeren.
Nach ihren Angaben handelt es sich dabei jedoch nicht um ein Solinger Problem. Vielmehr sei diese Entwicklung bundesweit zu beobachten. Zum Einzugsgebiet gehören neben Solingen auch der Südkreis Mettmann. Zunehmend melden sich jedoch auch Familien aus Wuppertal, Leverkusen und Düsseldorf.
Unterstützung bei Entwicklungsstörungen und psychischen Erkrankungen
Das Sozialpädiatrische Zentrum ergänzt die Arbeit niedergelassener Kinderärzte, Therapiezentren und Frühförderstellen. Die interdisziplinäre ambulante Behandlung richtet sich an Kinder mit Entwicklungsstörungen, psychischen Erkrankungen oder drohenden beziehungsweise bestehenden Behinderungen. Dabei werden die Eltern und das familiäre Umfeld eng in die Behandlung eingebunden.
Zu den häufigsten Gründen für eine Vorstellung zählen allgemeine Entwicklungsverzögerungen, Sprachentwicklungsstörungen sowie Verhaltensauffälligkeiten wie der Verdacht auf ADHS oder Autismus. Darüber hinaus werden im SPZ auch viele Kinder behandelt, die unter chronischen Kopfschmerzen leiden.
Zukunft des SPZ spielt auch beim Klinikneubau eine Rolle
Die hohe Nachfrage unterstreicht nach Ansicht des Klinikums die Bedeutung des Sozialpädiatrischen Zentrums. Geschäftsführer Prof. Dr. Martin Eversmeyer kündigte an, das SPZ im Rahmen des Klinikneubaus und der geplanten Umstrukturierungen besonders zu berücksichtigen.
Perspektivisch sollen die derzeit genutzten Nebengebäude aufgegeben werden. Die dort untergebrachten Bereiche – darunter auch das SPZ – sollen nach Abschluss der Bauarbeiten in den umgebauten Bettentrakt des Klinikums umziehen.
Auch aus dem Aufsichtsrat gab es Anerkennung für die Arbeit des Teams. Die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Martina Zsack-Möllmann würdigte die Bedeutung der Einrichtung mit den Worten: „Sie halten im SPZ die Zukunft der Stadtgesellschaft in Ihren Händen.“











