Solingen. Die kurzfristige Sperrung des Balkhauser Weges nach dem Felsrutsch hat bei einigen Anwohnern und Gewerbetreibenden für erheblichen Unmut gesorgt. Vor allem die eingeschränkte Erreichbarkeit des hinteren Bereichs in Richtung Glüder sorgte für Kritik. Betroffen sind unter anderem der Campingplatz Glüder, der Minigolfplatz, gastronomische Betriebe, das Wasserwerk sowie das Tierheim. Gleichzeitig macht die Stadt Solingen deutlich: Aus Gründen der Verkehrssicherheit habe es keine Alternative zu der Maßnahme gegeben.
Plötzlicher Felsrutsch machte sofortiges Handeln erforderlich
Nach dem Felsrutsch musste der Balkhauser Weg kurzfristig gesperrt werden. Die Gefahr weiterer Gesteinsabbrüche machte ein schnelles Eingreifen erforderlich. Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer habe dabei stets oberste Priorität.
Für viele Anwohner und Besucher hatte die Sperrung jedoch spürbare Folgen. Wer Ziele hinter dem Balkhauser Kotten erreichen wollte, musste über Witzhelden ausweichen. Der Umweg verlängerte die Fahrzeit um rund 20 bis 25 Minuten.
Gerade für die Gastronomie und touristischen Angebote in Glüder bedeutete dies eine erhebliche Einschränkung – insbesondere an den stark frequentierten Sommerwochenenden. So haben nach Aussagen von Olaf Wieden, Betreibers der Minigolfanlage in Glüder, in den letzten Tagen mehrere Schulklassen ihre Reservierungen storniert, da die Freizeitanlage in Glüder aufgrund der Sperrung derzeit nicht von öffentlichen Verkehrsmitteln angefahren wird.
Kritik an der Kommunikation
Neben der eigentlichen Sperrung wurde von den Betroffenen vor allem die Kommunikation kritisiert. Anwohner und Gewerbetreibende bemängelten, dass sie von der kurzfristigen Maßnahme überrascht worden seien und sich eine frühere Information gewünscht hätten.
Auf Nachfrage der Solinger Nachrichten weist die Stadt Solingen diese Kritik jedoch zurück. Nach Angaben der Verwaltung seien sowohl die Anwohner als auch die ansässigen Gewerbebetriebe über die kurzfristig notwendige Sperrung informiert worden. Ebenso erfolgte eine umfangreiche Pressemitteilung an alle Solinger Medien. Aufgrund der akuten Gefahrenlage habe sich die Maßnahme allerdings nicht langfristig ankündigen lassen.
Stadt: Verkehrssicherheit hatte oberste Priorität
Aus Sicht der Stadt stand die Sicherheit an erster Stelle. Angesichts der Gefahr weiterer Felsbewegungen habe es keine verantwortbare Alternative zur sofortigen Sperrung gegeben.
Die Verwaltung betont, dass Entscheidungen dieser Art nicht aus organisatorischen Gründen, sondern ausschließlich zum Schutz der Verkehrsteilnehmer getroffen würden. Vor dem Hintergrund der Gefahr weiterer Felsabbrüche sei unverzügliches Handeln erforderlich gewesen.
Wochenenden bleiben künftig frei
Um die Belastungen für Anwohner, Ausflügler und Gewerbetreibende möglichst gering zu halten, wurde inzwischen gemeinsam mit der ausführenden Baufirma eine pragmatische Lösung vereinbart.
Demnach soll der Balkhauser Weg während der Bauphase grundsätzlich von Freitag nach Arbeitsende bis Montagmorgen wieder für den Verkehr freigegeben werden. Dadurch sollen insbesondere Besucher des Naherholungsgebiets Glüder an den Wochenenden ohne größere Einschränkungen ihr Ziel erreichen können.
Von dieser Regelung profitieren neben den Anwohnern auch die zahlreichen Freizeiteinrichtungen und Betriebe entlang der Strecke – darunter der Campingplatz Glüder, der Minigolfplatz, die Gastronomie, das Wasserwerk und das Tierheim.
Verständlicher Ärger – aber außergewöhnliche Lage
Der Ärger vieler Betroffener über die langen Umwege und die kurzfristigen Einschränkungen ist nachvollziehbar. Gleichzeitig zeigt der Vorfall, dass bei akuten Gefahrenlagen manchmal schnelle Entscheidungen getroffen werden müssen, bei denen der Schutz von Menschen Vorrang hat.
Mit der nun vereinbarten Wochenendfreigabe reagiert die Stadt auf die Kritik und versucht gemeinsam mit der Baufirma, die Auswirkungen der zwingend notwendigen Arbeiten so gering wie möglich zu halten und insbesondere den Ausflugsverkehr nach Glüder in den kommenden Wochen zu sichern.











