PolitikTheater und Konzerthaus: BfS fordert ergebnisoffene Prüfung und mehr Transparenz

Theater und Konzerthaus: BfS fordert ergebnisoffene Prüfung und mehr Transparenz

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Bürgergemeinschaft sieht Entscheidung als Weichenstellung für die nächsten Jahrzehnte

Solingen – Die Diskussion um die Zukunft des Theater- und Konzerthauses sowie der Solinger Feuer- und Rettungswachen geht weiter. Nun hat sich auch die Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS) mit einem umfangreichen Positionspapier zu Wort gemeldet. Darin spricht sich die Wählergemeinschaft weder ausdrücklich für einen Neubau noch für eine Sanierung des Theater- und Konzerthauses aus. Stattdessen fordert sie ein transparentes, vergleichendes und ergebnisoffenes Verfahren, bevor eine politische Entscheidung getroffen wird.

Nach Auffassung der BfS handelt es sich um eine der wichtigsten Weichenstellungen der vergangenen Jahrzehnte. Die Entscheidung betreffe nicht nur die kulturelle Zukunft der Stadt, sondern auch deren finanzielle Entwicklung und die künftige Organisation der Feuerwehr.

Klare Kriterien vor Beginn der Machbarkeitsstudie

Im Mittelpunkt der Forderungen steht die geplante vertiefte Machbarkeitsstudie. Nach Ansicht der BfS sollen sämtliche untersuchten Varianten – von der Sanierung über Erweiterungen bis hin zu Neubauten oder Mischformen – nach identischen und nachvollziehbaren Kriterien bewertet werden.

Die Bewertungsmethodik einschließlich des Kriterienkatalogs und der Gewichtung solle dem Rat bereits vor Beginn der Untersuchung zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt werden. Nur so könne ausgeschlossen werden, dass einzelne Varianten von Beginn an bevorzugt oder benachteiligt würden.

Nicht nur Baukosten sollen entscheidend sein

Aus Sicht der Bürgergemeinschaft greift eine reine Betrachtung der Investitionskosten zu kurz. Patrick Hinck, finanzpolitischer Sprecher der BfS, fordert eine langfristige Wirtschaftlichkeitsbetrachtung über mindestens 30 Jahre.

Neben den eigentlichen Baukosten müssten dabei unter anderem auch Energieverbrauch, Wartungs- und Instandhaltungskosten, Personalaufwand sowie mögliche Modernisierungen berücksichtigt werden. Ebenso sollten Fördermöglichkeiten sowie finanzielle Chancen und Risiken in die Bewertung einfließen.

Kultur soll gleichwertig berücksichtigt werden

Neben den finanziellen Aspekten sieht die BfS insbesondere die kulturelle Bedeutung des Theater- und Konzerthauses. Das Gebäude sei Heimat der Bergischen Symphoniker, Veranstaltungsort zahlreicher Gastspiele und Vereine sowie ein wichtiger Treffpunkt für das kulturelle Leben in Solingen.

Deshalb fordert die Wählergemeinschaft, dass die Machbarkeitsstudie nicht allein bauliche und wirtschaftliche Kriterien untersucht. Ebenso müssten die kulturelle Leistungsfähigkeit, die Nutzungsmöglichkeiten, die Auswirkungen auf die Innenstadtentwicklung sowie die Bedeutung für die Bergischen Symphoniker und weitere Kultureinrichtungen bewertet werden.

Feuerwehr und Theater gemeinsam betrachten

Ein weiterer Schwerpunkt des Positionspapiers ist die enge Verknüpfung der Theaterdebatte mit der Zukunft der Solinger Feuer- und Rettungswachen.

Nach Auffassung der BfS könnten beide Projekte nicht isoliert voneinander betrachtet werden. Eine mögliche Neuordnung der Feuer- und Rettungswachen könne langfristig erhebliche Einsparungen bei den Betriebs- und Unterhaltungskosten ermöglichen und dadurch finanzielle Spielräume schaffen, die sich auch auf die Zukunft des Theater- und Konzerthauses auswirken könnten.

Verwaltung soll regelmäßig berichten

Darüber hinaus fordert die Bürgergemeinschaft mehr Transparenz während des gesamten Planungsprozesses. Die Verwaltung solle Rat und Fachausschüsse mindestens einmal pro Quartal über den Fortgang der Machbarkeitsstudie informieren.

Änderungen am Untersuchungsumfang oder an den Bewertungsmaßstäben sollten nach Auffassung der BfS nicht allein verwaltungsintern entschieden werden, sondern erneut dem Rat zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Auch Zwischenberichte und Gutachten müssten den Ratsmitgliedern frühzeitig vollständig zur Verfügung gestellt werden.

Entscheidung mit Folgen für kommende Generationen

Nach Ansicht der Bürgergemeinschaft werde die jetzt zu treffende Entscheidung die Entwicklung Solingens über viele Jahrzehnte prägen. Deshalb dürfe sie weder unter Zeitdruck noch auf Grundlage unvollständiger Informationen getroffen werden.

Die BfS spricht sich ausdrücklich weder für den Erhalt des bestehenden Theater- und Konzerthauses noch für einen Neubau aus. Stattdessen fordert sie ein transparentes Verfahren mit klaren Bewertungsmaßstäben, um am Ende eine Entscheidung treffen zu können, die sowohl finanziell als auch kulturell und städtebaulich langfristig tragfähig ist.

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