Großeinsatz der Feuerwehr an der Martinstraße – Bewusstloser Mitarbeiter und zwei Ersthelfer ins Krankenhaus
Solingen – Ein Gefahrstoffunfall hat am Mittwochvormittag einen größeren Einsatz der Feuerwehr Solingen im Industriegebiet Scheuren ausgelöst. In einem Betrieb an der Martinstraße wurden drei Menschen verletzt, nachdem mehrere hundert Liter eines flusssäurehaltigen Reinigungsmittels aus einem beschädigten Behälter ausgetreten waren.
IBC-Behälter durch Gabelstapler umgestoßen
Nach Angaben der Feuerwehr wurde sie gegen 11.25 Uhr zunächst wegen einer bewusstlosen Person alarmiert. Bereits auf der Anfahrt verdichteten sich jedoch die Hinweise, dass es sich um einen Gefahrstoffunfall handelte.

Nach bisherigem Kenntnisstand hatte ein Gabelstapler aus bislang ungeklärter Ursache einen mit 1.000 Litern Reinigungsmittel gefüllten IBC-Behälter umgestoßen. Das Reinigungsmittel enthielt nach Angaben der Feuerwehr rund zehn Prozent Flusssäure. Durch den Unfall traten schätzungsweise 250 Liter der Flüssigkeit aus.
Ersthelfer retten Kollegen und werden selbst verletzt
Ein Mitarbeiter befand sich bewusstlos im Bereich der ausgetretenen Flüssigkeit. Zwei Kollegen reagierten geistesgegenwärtig und zogen den Mann aus dem Gefahrenbereich. Dabei kamen sie jedoch selbst mit dem Gefahrstoff in Berührung und wurden kontaminiert.
Die Feuerwehr konnte den bewusstlosen Mitarbeiter nach ihrem Eintreffen unmittelbar an den Rettungsdienst übergeben. Alle drei Betroffenen wurden anschließend zur weiteren medizinischen Versorgung in Krankenhäuser gebracht.
Betrieb leitete erste Sicherheitsmaßnahmen ein
Nach Angaben der Feuerwehr hatte der Betrieb bereits vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte wichtige Sofortmaßnahmen eingeleitet. Der umgestürzte Behälter wurde wieder aufgerichtet und die ausgetretene Flüssigkeit mit Bindemittel abgestreut. Dadurch konnte eine weitere Ausbreitung des Gefahrstoffes weitgehend verhindert werden.
Feuerwehr arbeitet unter Chemikalienschutzanzügen
Die Feuerwehr erkundete den betroffenen Bereich unter speziellen Chemikalienschutzanzügen und führte umfangreiche Sicherungs- und Kontrollmaßnahmen durch. Aufgrund der Gefährlichkeit der Flusssäure und der erforderlichen Schutzmaßnahmen gestaltete sich der Einsatz besonders aufwendig.

Nachdem keine weitere unmittelbare Gefahr festgestellt werden konnte, übergaben die Einsatzkräfte die Einsatzstelle an den Betreiber des Unternehmens.
Die Ursache, warum der Behälter umgestürzt ist, ist derzeit noch unklar.











