Solingen. Mit der ungewöhnlichen Ausrichtung eines mobilen Blitzers auf der Deller Straße hat die Stadt Solingen in den vergangenen Tagen unbeabsichtigt bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Fotos der Messstelle verbreiteten sich innerhalb kürzester Zeit in den sozialen Netzwerken und wurden von zahlreichen überregionalen Medien aufgegriffen. Für viele Betrachter schien die Sache eindeutig: Der Blitzer müsse versehentlich in die falsche Richtung aufgestellt worden sein.
Ungewöhnliche Ausrichtung hatte einen konkreten Grund
Tatsächlich steckte hinter der Aktion jedoch ein durchdachtes Konzept der Verkehrsüberwachung. Aufgrund einer Baustelle war die Deller Straße zeitweise nur noch in einer Fahrtrichtung befahrbar. Nach Angaben der Stadt hielten sich jedoch zahlreiche Verkehrsteilnehmer nicht an die geänderte Verkehrsführung und befuhren die Straße entgegen der vorgeschriebenen Einbahnstraßenregelung.
Um genau diese Verstöße festzustellen, wurde das Messfahrzeug bewusst entgegen der üblichen Fahrtrichtung positioniert. Dabei ging es nach Angaben der Stadt ausdrücklich nicht darum, Geschwindigkeitsverstöße zu ahnden. Vielmehr sollte kontrolliert werden, wer die Einbahnstraße verbotswidrig in falscher Richtung nutzte.
Von den Kontrollen betroffen waren nach Angaben der Verwaltung nicht nur Autofahrer. Auch Radfahrer sowie Nutzer von E-Scootern seien wiederholt entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung unterwegs gewesen. Gerade im Bereich der Baustelle stelle ein solches Verhalten ein zusätzliches Sicherheitsrisiko für alle Verkehrsteilnehmer dar.
Stadt erklärt Hintergründe nach zahlreichen Spekulationen
Nachdem sich Bilder des Blitzers rasant im Internet verbreitet hatten und dort tausendfach kommentiert wurden, reagierte die Stadt Solingen mit einer öffentlichen Erklärung.
Darin stellte die Verwaltung klar, dass die ungewöhnliche Ausrichtung des Blitzers bewusst gewählt worden sei. Ziel der Maßnahme sei gewesen, die Einhaltung der vorübergehenden Einbahnstraßenregelung zu überwachen und Verstöße konsequent zu erfassen. Die vielfach vermutete Fehlaufstellung habe es demnach nie gegeben.
Mit dieser Klarstellung räumte die Stadt zugleich mit den zahlreichen Spekulationen auf, die sich nach der Veröffentlichung der Fotos entwickelt hatten.
Blitzer überwacht inzwischen wieder das Tempo
Die besondere Kontrollaktion ist inzwischen beendet. Das Messfahrzeug wurde wieder in seiner regulären Position aufgestellt und überwacht auf der Deller Straße erneut die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h.
Wie viele Verkehrsteilnehmer während der zeitlich befristeten Maßnahme wegen eines Verstoßes gegen die Einbahnstraßenregelung erfasst wurden, hat die Stadt bislang nicht veröffentlicht.
Fest steht jedoch: Was auf den ersten Blick wie eine kuriose Fehlplatzierung wirkte, war in Wirklichkeit Teil einer gezielten Verkehrsüberwachung. Die ungewöhnliche Position des Blitzers diente ausschließlich dazu, Verstöße gegen die geänderte Verkehrsführung im Baustellenbereich festzustellen und damit die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.











