Dies & DasEvangelische Kirche plant Zusammenschluss: "Für die meisten wird sich nichts verändern"

Evangelische Kirche plant Zusammenschluss: „Für die meisten wird sich nichts verändern“

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Solingen – Der Evangelische Kirchenkreis Solingen steht vor einer weitreichenden organisatorischen Veränderung. Gemeinsam mit den Nachbarkirchenkreisen Düsseldorf-Mettmann und Niederberg soll bis zum 1. Januar 2029 ein neuer gemeinsamer Kirchenkreis entstehen. Für die Gemeindemitglieder soll sich dadurch im Alltag jedoch kaum etwas ändern.

Superintendentin Dr. Ilka Werner machte bei einem Pressegespräch deutlich, dass die kirchliche Arbeit vor Ort auch nach einer Fusion unverändert fortgeführt werden soll. Gottesdienste, Taufen, Trauungen und Bestattungen würden ebenso weiterhin angeboten wie Seelsorge in Schulen, im Solinger Klinikum oder in der Notfallseelsorge. Auch die Gemeinden und ihre Ansprechpartner vor Ort sollen erhalten bleiben.

Verwaltung soll schlanker werden

Hintergrund der geplanten Fusion sind vor allem wirtschaftliche und organisatorische Gründe. Wie der Kirchenkreis erläutert, soll durch den Zusammenschluss der Verwaltungsaufwand deutlich reduziert werden. Weniger Gremien, Ausschüsse und Sitzungen sollen dazu beitragen, Kosten einzusparen und Haupt- sowie Ehrenamtliche zu entlasten.

Nach Angaben des Kirchenkreises stehen die evangelischen Kirchen aufgrund sinkender Einnahmen vor der Herausforderung, mit weniger Personal, weniger Gebäuden und einer schlankeren Organisation auszukommen. Die frei werdenden Ressourcen sollen stattdessen stärker in die eigentliche kirchliche Arbeit fließen – etwa in Seelsorge, Diakonie oder neue Angebote wie Tauf- und Hochzeitsfeste.

Eigenständiger Kirchenkreis Solingen würde entfallen

Mit dem Start des neuen Kirchenkreises würde der Evangelische Kirchenkreis Solingen als eigenständige Körperschaft aufgelöst. Damit gäbe es künftig keine eigene Solinger Kreissynode, keinen Kreissynodalvorstand und auch keine ausschließlich für Solingen zuständige Superintendentin mehr.

Dennoch soll Solingen weiterhin eine feste Ansprechperson erhalten, die als Gesicht der evangelischen Kirche in der Stadt fungiert und die Zusammenarbeit der Gemeinden koordiniert. Diese Funktion muss nach den bisherigen Planungen nicht zwingend von einer Pfarrperson übernommen werden.

Veränderungen sind nicht neu

Der Kirchenkreis verweist darauf, dass ähnliche Entwicklungen bereits in der Vergangenheit stattgefunden haben. So wurden bereits mehrfach Kirchenkreise in Nordrhein-Westfalen zusammengelegt. Auch der Solinger Kirchenkreis war früher deutlich größer: Bis 1962 gehörten unter anderem die evangelischen Gemeinden in Leverkusen, Langenfeld, Monheim, Leichlingen und Burscheid dazu, bevor sie einen eigenen Kirchenkreis bildeten.

Auch innerhalb Solingens stehen weitere Veränderungen bevor. Bereits zum 1. Januar 2027 sollen die evangelischen Kirchengemeinden Gräfrath und Ketzberg fusionieren. Weitere Zusammenschlüsse von Gemeinden seien grundsätzlich denkbar, konkrete Planungen gebe es derzeit jedoch noch nicht.

„Für die meisten Menschen wird sich nichts verändern“

Nach Einschätzung der Kirchenleitung werden die organisatorischen Veränderungen für die meisten Gemeindemitglieder kaum spürbar sein. Entscheidend sei, dass die Kirche auch künftig vor Ort erreichbar bleibe und Menschen in wichtigen Lebenssituationen begleite.

Der geplante Zusammenschluss der drei Kirchenkreise befindet sich derzeit noch im Fusionsprozess. Läuft alles nach Plan, soll der neue gemeinsame Kirchenkreis zum 1. Januar 2029 seine Arbeit aufnehmen.

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