Solingen – Die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen begrüßt die Entscheidung der Autobahn GmbH, den geplanten achtstreifigen Ausbau der A3 zwischen Leverkusen und Hilden zunächst zurückzustellen. Nach Angaben der Grünen sollen stattdessen die zahlreichen sanierungsbedürftigen Brückenbauwerke entlang des Streckenabschnitts in den Mittelpunkt rücken.
Wie die Fraktion mitteilt, sei diese Priorität aus ihrer Sicht richtig. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Ratsfraktion, Finn Grimsehl-Schmitz, erklärt, angesichts begrenzter Planungs- und Baukapazitäten müsse der Erhalt der bestehenden Infrastruktur Vorrang haben. Entscheidend sei, dass die Verkehrsinfrastruktur dauerhaft funktionsfähig bleibe.
37 Brücken sollen saniert oder ersetzt werden
Nach Angaben der Grünen plant die Autobahn GmbH auf dem betroffenen Abschnitt den Ersatzneubau oder eine grundlegende Sanierung von insgesamt 37 Brückenbauwerken. Diese seien eine wichtige Voraussetzung dafür, dass der Verkehr auf der A3 auch künftig zuverlässig fließen könne.
Aus Sicht der Grünen sei insbesondere für den Wirtschaftsstandort Solingen eine leistungsfähige und verlässliche Infrastruktur von großer Bedeutung. Vorrang müsse deshalb die Sanierung der bestehenden Brücken haben, um Einschränkungen oder Sperrungen möglichst zu vermeiden.
Kritik am geplanten Vollausbau
In ihrer Mitteilung bekräftigen die Grünen zugleich ihre grundsätzliche Kritik am geplanten achtspurigen Ausbau der A3. Nach ihrer Auffassung sollten öffentliche Investitionen stärker in den Erhalt bestehender Straßen und Brücken sowie in den Ausbau des Schienenpersonennahverkehrs fließen.
Die Fraktion verweist darauf, dass der Autobahnausbau mit Kosten von mehr als 500 Millionen Euro verbunden sei und aus ihrer Sicht weder finanzpolitisch noch unter Klima- und Umweltschutzaspekten zeitgemäß sei.
Bund soll Prioritäten neu setzen
Auch Manfred Krause, Vorsitzender der Regionalratsfraktion der Grünen im Planungsraum Düsseldorf, sieht die Verschiebung des Projekts nach Angaben der Partei als Chance, die Bundesverkehrswegeplanung grundsätzlich neu auszurichten. Investitionen müssten sich künftig stärker am tatsächlichen Sanierungsbedarf orientieren.
Zudem fordern die Grünen nach eigenen Angaben deutlich höhere Investitionen in die Schieneninfrastruktur im Bergischen Land. Gleichzeitig sprechen sie sich dafür aus, eine zeitweise Freigabe des Seitenstreifens auf der A3 als mögliche Alternative zum Vollausbau langfristig weiter zu prüfen, sobald die Brücken entsprechend ertüchtigt sind. Diese Lösung entspreche nach Auffassung der Grünen auch den Wünschen der Anrainerstädte und der Bergischen IHK.











