Seniorenbeirat sieht deutlichen Handlungsbedarf beim Hitzeschutz – Kritik an zu wenigen Bäumen, fehlender Begrünung und dem Umgang mit Grünflächen
Solingen – Der Seniorenbeirat sieht die Klingenstadt nach eigenen Angaben nicht ausreichend auf die Folgen immer häufiger auftretender Hitzewellen vorbereitet. In einer aktuellen Pressemitteilung fordert das Gremium deutlich mehr Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung – insbesondere älterer Menschen – und übt zugleich Kritik an der bisherigen Klimaanpassungspolitik der Stadt.
Hitze als zunehmende Gefahr
Nach Angaben des Seniorenbeirats stand das Thema „Hitze-Resilienz“ im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung am 1. Juli. Anlass seien die zuletzt erreichten Rekordtemperaturen und die zunehmenden gesundheitlichen Folgen extremer Hitze.
Zur Begründung verweist der Seniorenbeirat auf Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI). Demnach seien im ersten Halbjahr 2026 bundesweit schätzungsweise 5.100 Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben. Rund 83 Prozent der Betroffenen seien älter als 75 Jahre gewesen. Zudem sei Ende Juni mit 41,4 Grad Celsius erstmals in Deutschland diese Temperaturmarke überschritten worden.
Kritik an der Stadt Solingen
Nach Auffassung des Seniorenbeirats habe sich die Bedrohung durch den Klimawandel seit Jahren abgezeichnet. Dennoch seien aus Sicht des Gremiums bislang zu wenige wirksame Maßnahmen umgesetzt worden.
Konkret kritisiert der Seniorenbeirat nach eigenen Angaben:
- zu wenige Baumpflanzungen,
- zu wenig Begrünung von Gebäuden,
- zu wenige Maßnahmen gegen Schottergärten.
Der kürzlich an den Seniorenbeirat übermittelte Hitzeaktionsplan der Stadt, den das Gremium nach einer eigenen Anfrage erhalten habe, enthalte zwar bereits bestehende Maßnahmen für den Alltag der Bevölkerung. Nach Einschätzung des Seniorenbeirats reichten diese jedoch nicht aus, um den wachsenden Herausforderungen durch extreme Hitze wirksam zu begegnen.
Grüngürtel sollen erhalten bleiben
Besonders wichtig ist dem Seniorenbeirat nach eigenen Angaben der Schutz der bestehenden Grünzüge in Solingen. Diese hätten eine wissenschaftlich belegte klimatische Bedeutung und sorgten insbesondere an heißen Tagen für eine kühlende Wirkung im Stadtgebiet.
Das Gremium spricht sich deshalb dafür aus, bei möglichen neuen Gewerbegebieten zunächst sorgfältig zu prüfen, ob stattdessen geeignete Brachflächen genutzt werden können. Gleichzeitig betont der Seniorenbeirat, dass es ihm nicht um pauschale Verbote gehe. Vielmehr sollten wirtschaftliche Interessen und Klimaschutz sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.
Forderung nach langfristigem Hitzeschutz
Aus Sicht des Seniorenbeirats müsse Solingen seine Anstrengungen beim Schutz vor den Folgen des Klimawandels deutlich verstärken. Gerade angesichts steigender Temperaturen seien nachhaltige Maßnahmen notwendig, um die Lebensqualität in der Stadt zu erhalten und insbesondere ältere Menschen besser vor den gesundheitlichen Risiken extremer Hitze zu schützen.










