Ein Kommentar von Carsten Stoffel
Wer sich ehrenamtlich in einer Freiwilligen Feuerwehr engagiert, übernimmt Verantwortung, im Einsatz, aber auch ein Stück weit in der Öffentlichkeit. Deshalb sind ausländerfeindliche Parolen, ganz gleich in welchem Zusammenhang sie fallen, nicht mit den Werten vereinbar, für die die Feuerwehr steht.
Dennoch sollte man unterscheiden können. Ein 22-jähriger Feuerwehrangehöriger, der unter erheblichem Alkoholeinfluss auf einem Feuerwehrfest eine Dummheit begeht, ist nicht automatisch ein überzeugter Extremist. Ein einmaliger Ausrutscher ist etwas anderes als eine gefestigte Haltung.
Gerade in einer Feuerwehr kennt man sich häufig über viele Jahre. Deshalb sollte die erste Frage nicht lauten: Wie werden wir ihn los, sondern: Was ist passiert, und entspricht dieses Verhalten überhaupt dem Menschen, den wir kennen?
Das bedeutet jedoch keineswegs, den Vorfall zu bagatellisieren. Im Gegenteil: Eine klare Aussprache und eine glaubwürdige Entschuldigung sind aus meiner Sicht unerlässlich. Nicht den Alkohol vorschieben, sondern anerkennen, dass Worte Menschen verletzt und dem Ansehen der Feuerwehr geschadet haben.
Eine Freiwillige Feuerwehr ist mehr als eine Einsatzorganisation. Sie ist eine Gemeinschaft. Zu einer starken Gemeinschaft gehört es, Fehlverhalten klar zu benennen. Aber ebenso gehört dazu, Menschen, die echte Einsicht zeigen und aus ihren Fehlern lernen, eine zweite Chance zu geben.
Konsequenz und Augenmaß schließen sich nicht aus, sie gehören zusammen.










