RegionalesKita-Reform in NRW: ver.di sieht Kinder, Eltern und Beschäftigte als Verlierer

Kita-Reform in NRW: ver.di sieht Kinder, Eltern und Beschäftigte als Verlierer

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Kurz vor der geplanten Verabschiedung der Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) im nordrhein-westfälischen Landtag übt die Gewerkschaft ver.di deutliche Kritik an den Plänen der Landesregierung. Nach Ansicht der Gewerkschaft werden die grundlegenden Probleme in den Kindertageseinrichtungen nicht gelöst – stattdessen würden bestehende Engpässe gesetzlich festgeschrieben.

Düsseldorf/Solingen – Nach Einschätzung von ver.di bleiben zentrale Herausforderungen wie der Fachkräftemangel, die hohe Arbeitsbelastung der Beschäftigten sowie fehlende Zeit für die pädagogische Arbeit mit den Kindern weiterhin ungelöst. Die angekündigte Reform stabilisiere die Situation in den Kitas nicht nachhaltig.

Kritik an größeren Gruppen und flexibleren Betreuungszeiten

Besonders kritisch sieht die Gewerkschaft die geplante Möglichkeit, Gruppen zeitweise über die reguläre Belegung hinaus zu führen. Auch die stärkere Flexibilisierung der Betreuungszeiten und zusätzlicher organisatorischer Aufwand in den Einrichtungen stoßen auf Ablehnung.

Aus Sicht von ver.di erschweren diese Maßnahmen eine verlässliche Personalplanung und führen dazu, dass Erzieherinnen und Erzieher noch weniger Zeit für die individuelle Förderung der Kinder haben.

„Die Landesregierung verkauft die KiBiz-Reform als Stabilisierung der Kindertageseinrichtungen. Tatsächlich werden damit vielerorts lediglich die Bedingungen gesetzlich abgesichert, unter denen Beschäftigte schon heute arbeiten müssen“, erklärte Gabriele Schmidt, Landesbezirksleiterin von ver.di NRW. Nordrhein-Westfalen brauche keine Reform, die den Mangel verwalte, sondern bessere Rahmenbedingungen und ausreichend Personal für eine hochwertige frühkindliche Bildung.

Weniger Zeit für jedes einzelne Kind

Auch Doris Kleve, ehemalige Leiterin einer Kindertageseinrichtung und heute Mitglied des Düsseldorfer Personalrats, machte auf die Auswirkungen im Kita-Alltag aufmerksam.

Kinder würden nicht nur während geplanter Bildungsangebote lernen, sondern den gesamten Tag über – beim Spielen, Essen oder Lösen von Konflikten. Wenn Gruppen größer würden, Bring- und Abholzeiten den Tagesablauf häufiger unterbrechen und gleichzeitig Personal fehle, bleibe zwangsläufig weniger Zeit für jedes einzelne Kind. Das bekämen sowohl Kinder als auch Eltern und Beschäftigte zu spüren.

Forderung nach grundlegenden Nachbesserungen

Nach Angaben der Gewerkschaft leiden viele Einrichtungen bereits heute unter kurzfristigen Personalausfällen, wechselnden Gruppenkonstellationen und einem hohen Verwaltungsaufwand. Weitere Flexibilisierung verschärfe diese Situation zusätzlich.

Ver.di fordert die Landesregierung deshalb auf, die Reform grundlegend zu überarbeiten. Im Mittelpunkt müssten bessere Personalschlüssel, eine verlässliche Finanzierung der Einrichtungen, eine spürbare Entlastung der Beschäftigten sowie ausreichend Zeit für Bildung, Betreuung und individuelle Förderung stehen.

Ob die Kritik noch Einfluss auf die geplante Entscheidung des Landtags haben wird, ist derzeit offen. Die Reform soll nach aktuellem Stand in Kürze verabschiedet werden.

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