Ohligs, Aufderhöhe und Teile von Merscheid erhalten ab dem 20. Juli Wasser aus dem Wasserwerk Baumberg. Die Stadtwerke Solingen reagieren damit vorsorglich auf die angespannte Situation an den Talsperren.
Solingen – Die Stadtwerke Solingen passen ab Montag, 20. Juli, die Trinkwasserversorgung für Ohligs, Aufderhöhe sowie Teile von Merscheid an. Betroffen ist das Gebiet etwa bis zur Schwarze Pfähle/Bebelallee. Hintergrund ist eine rein vorsorgliche Maßnahme, um die Wasserreserven der Talsperren für die Sommermonate zu schonen.
Nach Angaben der Stadtwerke wird die Versorgung in den betroffenen Stadtteilen bis auf Weiteres über das Wasserwerk Baumberg erfolgen. Für die übrigen Bereiche Solingens sowie die Stadt Haan ändert sich zunächst nichts.
Talsperren sollen frühzeitig entlastet werden
Die Stadtwerke beobachten nach eigenen Angaben die Wetterentwicklung und die Wasserstände der regionalen Talsperren kontinuierlich. Obwohl die Trinkwasserversorgung derzeit gesichert sei, wolle man frühzeitig handeln.
„Wir beobachten die Wetterentwicklung sowie die Füllstände der Talsperren in der Region sehr engmaschig. Aus rein präventiven Gründen haben wir uns dazu entschieden, bereits jetzt die Wasserversorgung von Ohligs, Aufderhöhe und Teilen von Merscheid auf eine Versorgung über das Wasserwerk Baumberg umzustellen. So entlasten wir die Sengbachtalsperre und gleichzeitig auch die ohnehin angespannte Lage der Großen Dhünn-Talsperre“, erklärt Michael Esser, Hauptabteilungsleiter Wasser der Stadtwerke Solingen.
Nach Angaben des Unternehmens müssen die Talsperrenwasserwerke täglich rund 29.000 Kubikmeter Trinkwasser für Solingen und Haan bereitstellen.
Wasserhärte verändert sich
Für die betroffenen Haushalte hat die Umstellung eine praktische Auswirkung: Das Trinkwasser weist künftig den Härtegrad „mittel“ auf.
Die Stadtwerke empfehlen deshalb, sofern möglich, Waschmaschinen und Geschirrspüler auf 11 Grad deutscher Härte einzustellen und insbesondere die Dosierung von Waschmitteln entsprechend anzupassen.
Versorgung bleibt gesichert
Die Stadtwerke betonen, dass es sich ausdrücklich nicht um eine Einschränkung der Trinkwasserversorgung handelt. Vielmehr solle durch die frühzeitige Umstellung verhindert werden, dass bei einer anhaltenden Trockenperiode später zusätzliche Wassermengen aus der Großen Dhünn-Talsperre in die Sengbachtalsperre übergeleitet werden müssen.
„Um gar nicht erst in diese Situation im Laufe des Hochsommers zu kommen, haben wir uns nach intensiver Beratung dazu entschieden, präventiv in Teilen auf das Wasserwerk Baumberg umzuschalten und so die benötigten Talsperren-Ressourcen entsprechend zu reduzieren“, erläutert Stadtwerke-Sprecherin Katrin Schirrmacher.
Woher kommt das Wasser?
Während das Wasserwerk Glüder sein Trinkwasser aus der Sengbachtalsperre bezieht, stammt das Wasser aus dem Wasserwerk Baumberg zu 70 Prozent aus Grundwasser aus Hilden-Karnap und zu 30 Prozent aus Rheinuferfiltrat aus Monheim-Baumberg. Das Wasserwerk versorgt regulär Hilden und Langenfeld und kann bei Bedarf auch Teile Solingens mit Trinkwasser beliefern.
Nach Angaben der Stadtwerke bleibt die Umstellung bis auf Weiteres bestehen. Die Versorgung mit Trinkwasser sei jederzeit gewährleistet.










