Solingen – Trotz eines weiterhin angespannten Arbeitsmarktes gibt es in Solingen zur Jahresmitte erfreuliche Entwicklungen: Das kommunale Jobcenter hat im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 769 Menschen in eine Beschäftigung vermittelt. Nach Angaben der Stadt entspricht das einer Steigerung der Integrationsquote um rund neun Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Für den Beigeordneten für Ordnung, Arbeit und Soziales, Jan Welzel, ist das ein wichtiges Signal. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zeige sich, dass viele Menschen den Weg zurück in den Arbeitsmarkt finden.
Auch Jobcenter-Leiter Mike Häusgen bewertet die Entwicklung positiv. Besonders erfreulich sei, dass viele Langzeitarbeitslose wieder eine Beschäftigung aufnehmen konnten. Das wirke sich auch auf die Ausgaben für das Bürgergeld aus.
Weniger Ausgaben für Bürgergeld
Im ersten Halbjahr zahlte das Jobcenter rund 27,9 Millionen Euro für Leistungen zum Lebensunterhalt an Bürgergeld-Empfänger aus. Das sind nach Angaben der Stadt 4,2 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Gestiegen sind hingegen die Kosten für Unterkunft und Heizung. Hier mussten rund 25 Millionen Euro aufgewendet werden – ein Plus von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Dauerhafte Beschäftigung statt kurzer Vermittlungen
Nach zwei vergleichsweise schwächeren Jahren liegt Solingen bei den Arbeitsmarktintegrationen inzwischen wieder auf dem Niveau des Landesdurchschnitts in Nordrhein-Westfalen. Besonders positiv bewertet das Jobcenter die Nachhaltigkeit der Vermittlungen: Rund 64 Prozent der aufgenommenen Beschäftigungen bestehen dauerhaft. Kurzfristige Arbeitsaufnahmen mit anschließender Rückkehr in den Leistungsbezug seien vergleichsweise selten.
Für das Gesamtjahr rechnet das Jobcenter mit mehr als 1.900 erfolgreichen Vermittlungen in den Arbeitsmarkt.
Sprachkurse bleiben wichtiger Baustein
Neben der Vermittlung in Arbeit spielt für das Jobcenter weiterhin der Spracherwerb eine zentrale Rolle. Allerdings werden Sprach- und Integrationskurse nach Angaben der Stadt bundesweit zunehmend eingeschränkt, weil die Finanzierung durch den Bund zurückgegangen ist.
Während in Nordrhein-Westfalen 31,7 Prozent weniger Leistungsberechtigte als im Vorjahr an entsprechenden Kursen teilnehmen konnten, fällt der Rückgang in Solingen deutlich geringer aus. Im März 2026 besuchten 370 Leistungsberechtigte einen Integrationskurs, im Vorjahr waren es noch 413. Das entspricht einem Rückgang von 10,4 Prozent und liegt damit deutlich unter dem Landestrend.
Aus Sicht des Jobcenters sollten die Sprachförderangebote deshalb nicht weiter reduziert werden. Gute Sprachkenntnisse seien eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt.










