Solingen – Fast zwei Jahre nach dem Terroranschlag auf dem Fronhof sind sechs Solingerinnen und Solinger für ihren außergewöhnlichen Einsatz geehrt worden. Sie gehören zu den Menschen, die am 23. August 2024 nicht weggeschaut, sondern sofort geholfen haben – und damit einen entscheidenden Beitrag zur Versorgung der Opfer leisteten.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst zeichnete die sechs Solinger sowie eine weitere Helferin aus Münster am Montag in Düsseldorf mit der Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen aus. Die Auszeichnung würdigt ihren mutigen und selbstlosen Einsatz unmittelbar nach der Messerattacke auf dem Fronhof.
Hilfe in den ersten entscheidenden Minuten
Der Terroranschlag hatte sich während des „Festivals der Vielfalt“ zum 650. Stadtgeburtstag Solingens ereignet. Ein Angreifer stach wahllos auf Besucher ein. Drei Menschen verloren ihr Leben, acht weitere wurden verletzt, vier davon lebensgefährlich.
Während Rettungskräfte auf dem Weg waren, reagierten zahlreiche Menschen vor Ort geistesgegenwärtig. Unter ihnen die nun ausgezeichneten Solingerinnen und Solinger. Sie kümmerten sich um Verletzte, leisteten Erste Hilfe und trugen dazu bei, dass die Opfer so schnell wie möglich medizinisch versorgt werden konnten. Nach Angaben des Landes half ihr beherztes Eingreifen dabei, Leben zu retten.
Ministerpräsident würdigt Zivilcourage
Bei der Feierstunde in Düsseldorf betonte Ministerpräsident Hendrik Wüst die Bedeutung dieses außergewöhnlichen Engagements. Das entschlossene Handeln einzelner Menschen könne Leben retten. Genau das hätten die Geehrten mit ihrem mutigen und selbstlosen Einsatz eindrucksvoll bewiesen.
Oberbürgermeister dankt den Geehrten
Auch Solingens Oberbürgermeister Daniel Flemm gratulierte den Ausgezeichneten persönlich. In einem Schreiben würdigte er ihren Mut und ihre Mitmenschlichkeit. In einer außergewöhnlichen Situation hätten sie Verantwortung übernommen und entschlossen gehandelt. Dafür verdienten sie großen Respekt und aufrichtigen Dank.
Seltene Auszeichnung
Die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen wird seit 1951 für besonders mutige Rettungstaten verliehen. Seit ihrer Einführung wurden landesweit 1.435 Bürgerinnen und Bürger mit dieser besonderen Ehrung ausgezeichnet.
Mit der Auszeichnung der sechs Solinger richtet sich der Blick erneut auf die vielen Menschen, die am Tag des Terroranschlags nicht in Panik verfielen, sondern ihren Mitmenschen halfen – oft unter eigener Gefahr. Ihr Einsatz steht bis heute für Zivilcourage, Mitgefühl und Zusammenhalt in einer der dunkelsten Stunden der jüngeren Solinger Stadtgeschichte.










