RegionalesDrei Kirchenkreise halten an Fusionsplänen fest – Solinger Synode sendet deutliches Signal

Drei Kirchenkreise halten an Fusionsplänen fest – Solinger Synode sendet deutliches Signal

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Solingen – Die evangelischen Kirchenkreise Solingen, Düsseldorf-Mettmann und Niederberg treiben ihre geplante Fusion weiter voran. Nach den Sommertagungen der drei Kreissynoden zeichnet sich eine breite Zustimmung zu den wichtigsten Eckpunkten des Vorhabens ab. Auch die Solinger Synode sprach sich deutlich dafür aus, den gemeinsamen Weg fortzusetzen.

Breite Zustimmung zu zentralen Strukturfragen

Im Juni hatten die drei Kreissynoden über wesentliche organisatorische Fragen einer möglichen Fusion beraten. Dabei wurden die Synodalen um ein Meinungsbild zu vier zentralen Strukturthemen gebeten.

Die Ergebnisse fielen eindeutig aus: Rund 87,5 Prozent befürworteten künftig Regionen aus mehreren Gemeinden als verbindliche Planungsgrößen für die Verteilung von Personal, Pfarrstellen und Finanzmitteln. Etwa 86 Prozent sprachen sich dafür aus, dass der neue Kirchenkreis künftig Arbeitgeber für die Beschäftigten werden soll. Rund 85,5 Prozent unterstützten zudem den Vorschlag, auch die Pfarrer beim Kirchenkreis anzustellen. Eine Mehrheit von 60,8 Prozent befürwortete außerdem den Einsatz regionaler Ansprechpartner mit fachlicher Qualifikation.

Superintendentin Werner: „Klingenkirche“ soll erhalten bleiben

Für den Kirchenkreis Solingen sieht Superintendentin Dr. Ilka Werner in der geplanten Fusion vor allem eine Chance, das kirchliche Leben trotz sinkender Ressourcen langfristig zu sichern. Starke Gemeinden mit eigenem Profil, eine verbindliche Zusammenarbeit innerhalb der Regionen sowie ein unterstützender Kirchenkreis seien dafür entscheidend.

Gleichzeitig betonte sie, dass Solingen auch künftig seine eigene Identität behalten solle. Die Zusammenarbeit innerhalb der Solinger Region ermögliche es, das Profil der sogenannten „Klingenkirche“ weiterzuführen.

Fusion als Antwort auf große Herausforderungen

Die drei Kirchenkreise arbeiten bereits seit Anfang 2026 gemeinsam an den Vorbereitungen für den Zusammenschluss. In mehreren Arbeitsgruppen werden derzeit Vorschläge für die künftige Organisation entwickelt.

Hintergrund der Fusionspläne sind vor allem rückläufige Mitgliederzahlen, sinkende Einnahmen sowie der zunehmende Mangel an Pfarrern. Aktuell gehören den 29 Gemeinden der drei Kirchenkreise zusammen noch rund 130.000 Mitglieder an. Davon entfallen etwa 35.000 auf den Kirchenkreis Solingen.

Nach Einschätzung der Verantwortlichen würde keiner der drei Kirchenkreise langfristig allein wirtschaftlich und organisatorisch bestehen können, wenn sich der Mitgliederrückgang in den kommenden Jahren fortsetzt.

Weniger Gebäude und Stellen

Mit der Fusion werden auch Veränderungen verbunden sein. So rechnen die Kirchenkreise langfristig mit weniger Gebäuden und einer geringeren Zahl an Pfarrstellen. Nach Angaben der Verantwortlichen sollen notwendige Stellenreduzierungen jedoch ausschließlich über natürliche Fluktuation erfolgen. Betriebsbedingte Kündigungen seien ausdrücklich nicht vorgesehen.

Gleichzeitig sollen neue Aufgaben entstehen, etwa für ordinierte Diakone oder Gemeindemanager, um die kirchliche Arbeit künftig anders zu organisieren.

Entscheidung fällt in mehreren Schritten

Das aktuelle Meinungsbild der Synoden ist noch nicht rechtsverbindlich. Die formellen Beschlüsse sollen auf den Herbstsynoden im November gefasst werden. Für 2027 sind erstmals gemeinsame Synoden aller drei Kirchenkreise geplant.

Nach derzeitiger Planung soll der neue gemeinsame Kirchenkreis zum 1. Januar 2029 an den Start gehen. Sollte sich der weitere Beratungsprozess verzögern, gilt auch ein Start zum Jahresbeginn 2030 als möglich.

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