Solingen – Die Bewässerung der Sportanlage Schaberg sorgt derzeit für Diskussionen. Mehrere Anwohner wandten sich an die Redaktion der Solinger Nachrichten und äußerten ihre Sorge über den Einsatz von Trinkwasser zur Rasenbewässerung. Insbesondere die regelmäßig aufgestellten Standrohre und der aus ihrer Sicht hohe Wasserverbrauch stießen auf Unverständnis – gerade in Zeiten anhaltender Trockenheit.
Die Redaktion fragte daraufhin bei der Stadt Solingen nach. Die Stadt bestätigt: Tatsächlich wird der Rasen derzeit mit Trinkwasser bewässert.
Zwei Standrohre zweimal pro Woche im Einsatz
Nach Angaben der Stadt erfolgt die Bewässerung über transportable Kreisregner. Dafür werden zwei Standrohre genutzt, die aktuell zweimal pro Woche jeweils rund sieben Stunden im Einsatz sind. Während dieser Zeit müssen die Beregner mehrfach umgesetzt werden, damit möglichst die gesamte Rasenfläche erreicht werden kann.
Grund für dieses Verfahren ist die fehlende technische Ausstattung der Anlage. Auf dem Schaberg gibt es weder eine fest installierte Unterflurberegnung noch Zisternen oder andere Möglichkeiten, Regenwasser zu speichern.
Stadt: Ohne Bewässerung drohen erhebliche Schäden
Die anhaltende Trockenheit mache eine Bewässerung derzeit unverzichtbar, erklärt die Stadt. Würde vollständig darauf verzichtet, drohten erhebliche Schäden an der Rasenfläche. Diese könnten am Ende deutlich höhere Kosten verursachen als die derzeitige Bewässerung.
Nach Angaben der Verwaltung wird deshalb versucht, den Wasserverbrauch unter den vorhandenen technischen Möglichkeiten möglichst ressourcenschonend zu gestalten. Gleichzeitig verweist die Stadt darauf, dass die Sportanlage Schaberg eine stark genutzte Freizeit- und Sportstätte sei, deren Erhalt im öffentlichen Interesse liege.
Moderne Beregnungsanlage wäre die bessere Lösung
Nach Einschätzung der Stadt entspricht eine fest installierte Unterflurberegnungsanlage dem heutigen Stand der Technik. Eine solche Anlage könnte den Wasserverbrauch gezielter steuern und auch eine Bewässerung in den frühen Morgenstunden ermöglichen, wenn die Verdunstung deutlich geringer ist.
Beim Bau beziehungsweise der Erneuerung des Platzes hätten dafür jedoch die finanziellen Mittel gefehlt.
Warum nicht nachts bewässern?
Auf den ersten Blick erscheint eine Bewässerung in den Abend- oder Nachtstunden sinnvoller. Die Stadt sieht dabei jedoch mehrere praktische Probleme.
Zum einen müssten Mitarbeiter bis tief in die Nacht oder bereits in den frühen Morgenstunden arbeiten. Ohne ausreichende Beleuchtung könne dies aus Gründen des Arbeitsschutzes nicht sicher durchgeführt werden. Zudem sei das Versetzen der Beregner bei Dunkelheit kaum fachgerecht möglich. Hinzu komme, dass der Betrieb der Beregner in den Nachtstunden voraussichtlich zu Lärmbeschwerden aus der Nachbarschaft führen würde.
Langfristig sind moderne Anlagen geplant
Grundsätzlich verfolgt die Stadt das Ziel, weitere Sportplätze mit modernen Beregnungsanlagen auszustatten. Als Beispiele nennt sie das Walder Stadion sowie die Jahnkampfbahn, wo eine entsprechende Anlage dank einer Bundesförderung realisiert werden kann.
Für die Sportanlage Schaberg fehlen derzeit allerdings die finanziellen Mittel. Bis dahin bleibt die Bewässerung mit transportablen Regnern und Standrohren die einzige Möglichkeit, den Rasen während der anhaltenden Trockenperiode zu erhalten.
Die Stadt betont abschließend, dass sie den Wasserverbrauch so gering wie möglich halte. Ein vollständiger Verzicht auf die Bewässerung komme jedoch nicht infrage, da die Folgeschäden für die Sportanlage erheblich wären.










