Solingen/Wuppertal – Nach einer Serie spektakulärer Brände in leerstehenden Gebäuden („sog. „lost-places“in Solingen und Wuppertal haben Polizei und Staatsanwaltschaft zwei Tatverdächtige festgenommen. Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass die beiden jungen Männer im Alter von 15 und 21 Jahren für mehrere der Feuer verantwortlich sein könnten. Beide sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.
Feuer um Feuer – Ermittler vermuten Zusammenhang
Die Brandserie begann am 15. Juli mit einem Feuer in einer leerstehenden Fabrik an der Carnaper Straße in Wuppertal. Nur wenige Stunden später stand eine unbewohnte Villa am Robert-Koch-Platz in Flammen. Die Löscharbeiten dauerten bis in die Morgenstunden.
Doch damit war die Serie noch nicht beendet: Bereits am folgenden Tag brannte die Fabrik erneut. Am Abend geriet außerdem eine Bauruine an der Holthauser Straße in Wuppertal-Ronsdorf in Brand.
Am 17. Juli folgte ein weiteres Feuer in einem leerstehenden Wohnhaus an der Kabelstraße in Wuppertal. Dort konnten Zeugen erstmals mögliche Tatverdächtige beschreiben.
Doppelter Feueralarm in Solingen führte zur Festnahme
Der entscheidende Durchbruch gelang den Ermittlern am 18. Juli in Solingen.
Zunächst wurde die Feuerwehr zu einem Großbrand an einem leerstehenden Gebäude an der Straße Werwolf alarmiert. Das Gebäude brannte vollständig aus und beschäftigte die Einsatzkräfte über Stunden.
Noch während die Löscharbeiten liefen, wurde bereits der nächste Brand gemeldet: Ein leerstehendes Bahnhofsgebäude an der Bahnhofstraße stand ebenfalls in Flammen.
Zeugen beobachteten dort zwei verdächtige Personen. Im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndung konnten Polizeibeamte die beiden wenig später vorläufig festnehmen.
Fotos der Brandorte auf Handys entdeckt
Bei den Festgenommenen handelt es sich nach Angaben der Ermittlungsbehörden um einen 15-Jährigen und einen 21-Jährigen, beide ohne festen Wohnsitz.
Die weiteren Ermittlungen erhärteten nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft den Verdacht gegen das Duo. So fanden die Ermittler unter anderem auf den Mobiltelefonen der Beschuldigten Aufnahmen von verschiedenen Brandorten. Dies gilt als ein wichtiges Indiz im laufenden Verfahren.
Untersuchungshaft angeordnet
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurden beide Beschuldigten einem Haftrichter vorgeführt. Dieser ordnete Untersuchungshaft an.
Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen insbesondere dem 21-Jährigen erhebliche strafrechtliche Konsequenzen. Das Gesetz sieht für vorsätzliche Brandstiftung je nach Tat Freiheitsstrafen von einem bis zu zehn Jahren vor. Da ihm mehrere Brandlegungen zur Last gelegt werden könnten, müsste er im Falle einer Verurteilung mit einer langjährigen Freiheitsstrafe rechnen.
Der 15-jährige Beschuldigte würde nach Jugendstrafrecht verurteilt werden. Auch ihm droht im Falle einer Verurteilung eine empfindliche Jugendstrafe.
Ermittlungen noch nicht abgeschlossen
Ob die beiden tatsächlich für sämtliche Brände der vergangenen Tage verantwortlich sind, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen. Polizei und Staatsanwaltschaft prüfen derzeit sämtliche Taten der Brandserie sowie mögliche weitere Zusammenhänge. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für beide Beschuldigten die Unschuldsvermutung.










