Solingen – Die anhaltende Trockenheit sorgt in immer mehr Städten für Einschränkungen beim Umgang mit Wasser. In Wuppertal und Leverkusen ist die Entnahme von Wasser aus der Wupper bereits untersagt, auch der Kreis Mettmann hat Maßnahmen ergriffen. Doch wie sieht die Lage in Solingen aus?
Die Solinger Nachrichten haben bei der Stadtverwaltung nachgefragt.
Trinkwasser kann weiterhin genutzt werden
Für Solinger gibt es zunächst Entwarnung: Aktuell bestehen keine Beschränkungen für die Nutzung von leitungsgebundenem Trinkwasser. Das Gießen des Gartens, das Bewässern von Pflanzen oder andere private Nutzungen sind derzeit weiterhin erlaubt.
Ganz ausschließen möchte die Stadt spätere Maßnahmen allerdings nicht. Nach Angaben der Verwaltung beobachten die Stadt Solingen, die Stadtwerke Solingen und der Eigenbetrieb Wasserversorgung Solingen (EBW) die Entwicklung der Wasserstände sowie die Wetter- und Temperaturlage fortlaufend. Sollte sich die Situation weiter verschärfen, könne bei Bedarf rechtzeitig reagiert werden.
Schon seit April gilt ein Verbot an Bächen und Teichen
Was viele Solinger möglicherweise nicht wissen: Bereits seit Anfang April gilt in der Klingenstadt ein Wasserentnahmeverbot für nahezu alle natürlichen Gewässer.
Demnach darf aus Bächen, Teichen, Seen und anderen Oberflächengewässern, die den wasserrechtlichen Vorschriften unterliegen, kein Wasser mehr entnommen werden. Hintergrund ist der Schutz der ohnehin stark belasteten Gewässer während der anhaltenden Trockenperioden.
Lediglich das Tränken von Vieh durch Schöpfen außerhalb von Hofräumen bleibt weiterhin zulässig.
Die entsprechende Allgemeinverfügung wurde am 2. April im Amtsblatt veröffentlicht und gilt zunächst bis zum 30. Dezember 2027. Sollte die Trockenheit dauerhaft anhalten, kann sie auch verlängert werden.
Wupper ist ein Sonderfall
Dass in Wuppertal und Leverkusen derzeit die Wasserentnahme aus der Wupper verboten ist, bedeutet nicht automatisch, dass die Stadt Solingen darüber entscheidet.
Wie die Stadt auf Anfrage erklärt, fällt die Wupper in die Zuständigkeit der Bezirksregierung Düsseldorf. Die Untere Wasserbehörde in Solingen ist dagegen ausschließlich für die übrigen oberirdischen Gewässer im Stadtgebiet verantwortlich.
Lage wird weiter beobachtet
Noch müssen sich Solinger also keine Sorgen um Einschränkungen bei der Nutzung ihres Trinkwassers machen. Angesichts der anhaltenden Hitze und der ausbleibenden Niederschläge behalten die Behörden die Entwicklung jedoch genau im Blick.
Fest steht bereits jetzt: Wer Wasser aus Bächen, Teichen oder anderen natürlichen Gewässern entnehmen möchte, riskiert auch in Solingen einen Verstoß gegen die geltende Allgemeinverfügung.










