Nordrhein-Westfalen – Kaum ist die monatelange Generalsanierung der wichtigen Bahnstrecke zwischen Köln und Hagen abgeschlossen, droht den Fahrgästen bereits die nächste Hiobsbotschaft. Nach der Wiedereröffnung wurde ausgerechnet am selben Tag ein Schaden an einer Eisenbahnbrücke zwischen Leverkusen-Opladen und Leichlingen festgestellt. Nun wächst die Sorge, dass es erneut zu Sperrungen oder weiteren Einschränkungen auf einer der wichtigsten Bahnverbindungen der Region kommen könnte – mit erheblichen Folgen für tausende Pendler aus Solingen und dem Bergischen Land.
Städte wenden sich gemeinsam an Bundesverkehrsminister
In einem gemeinsamen Schreiben haben sich Solingens Oberbürgermeister Daniel Flemm, Leverkusens Oberbürgermeister Stefan Hebbel und Leichlingens Bürgermeister Maurice Winter an den neuen Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder Bilger gewandt. Darin fordern sie eine schnelle und lückenlose Aufklärung sowie eine zügige Beseitigung der festgestellten Schäden.
Die Kommunalchefs erinnern daran, dass die Generalsanierung der Strecke über mehrere Monate hinweg für massive Belastungen gesorgt habe. Schienenersatzverkehr, erheblich längere Fahrzeiten und zahlreiche Einschränkungen hätten Pendler und Bahnreisende bereits erheblich strapaziert.
Schaden ausgerechnet am Tag der Wiedereröffnung entdeckt
Besonders unverständlich sei aus Sicht der drei Stadtoberhäupter, dass der Brückenschaden erst nach Abschluss der Sanierungsarbeiten festgestellt wurde – und zwar am Tag der feierlichen Wiedereröffnung der Strecke.
In ihrem Schreiben heißt es, es werfe ein schlechtes Licht auf den Bund als Eigentümer der Deutschen Bahn AG, wenn eine Strecke nach monatelangen Bauarbeiten wieder freigegeben werde und unmittelbar danach erhebliche Schäden an einer Brücke festgestellt würden.
Zudem stellen die Bürgermeister mehrere kritische Fragen: Warum wurden die Schäden weder während der monatelangen Bauarbeiten noch bei einer Brückenprüfung Ende des vergangenen Jahres entdeckt? Wie konnte der Schaden überhaupt entstehen, obwohl die Strecke während der fünfmonatigen Sperrung lediglich von Baufahrzeugen genutzt wurde?
Sorge vor weiteren Einschränkungen
Für Pendler ist die Situation besonders brisant. Die Bahnstrecke zählt zu den wichtigsten Verbindungen zwischen dem Bergischen Land und Köln. Sollten wegen der beschädigten Brücke erneut Sperrungen oder betriebliche Einschränkungen notwendig werden, drohen abermals erhebliche Verspätungen, Zugausfälle und Ersatzverkehre.
Genau diese Entwicklung wollen die drei Kommunen verhindern. In ihrem Schreiben fordern sie den Bundesverkehrsminister auf, die Schäden schnellstmöglich beheben zu lassen. Eine weitere Belastungsprobe für die Pendler sei nicht hinnehmbar.
Auch zweite Brücke soll überprüft werden
Darüber hinaus verlangen die Stadtoberhäupter Auskunft darüber, ob auch die baulich identische Eisenbahnbrücke zwischen Leverkusen-Opladen und Langenfeld überprüft wurde. Diese wird überwiegend vom Güterverkehr genutzt.
Nach Auffassung der drei Kommunen beschädigen die jüngsten Ereignisse das Vertrauen vieler Bürger in die Deutsche Bahn erheblich. Wenn eine Strecke nach monatelanger Generalsanierung feierlich wiedereröffnet werde und gleichzeitig gravierende Schäden festgestellt würden, sei dies für viele Menschen kaum nachvollziehbar.
Nun bleibt abzuwarten, wie das Bundesverkehrsministerium und die Deutsche Bahn auf die Forderungen der Städte reagieren – und vor allem, ob den Pendlern auf der ohnehin stark belasteten Strecke tatsächlich weitere Einschränkungen erspart bleiben.










