WirtschaftMehr Bewerber, deutlich weniger Lehrstellen: Ausbildungsmarkt in Solingen gerät unter Druck

Mehr Bewerber, deutlich weniger Lehrstellen: Ausbildungsmarkt in Solingen gerät unter Druck

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Bergisches Land – Während viele Jugendliche in den Sommerferien noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, schrumpft das Angebot an freien Lehrstellen weiter. Die aktuelle Bilanz der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal zeigt: Im laufenden Ausbildungsjahr stehen deutlich mehr Bewerber einer deutlich geringeren Zahl gemeldeter Ausbildungsplätze gegenüber. Besonders in Solingen verschärft sich die Situation.

Weniger Ausbildungsplätze als im Vorjahr

Bis Ende Juli wurden im Bezirk der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal insgesamt 3.392 Bewerber für eine Ausbildung oder ein duales Studium registriert. Das sind 200 junge Menschen beziehungsweise 6,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig meldeten die Unternehmen lediglich 2.358 Ausbildungs- und duale Studienplätze – ein Rückgang um 522 Stellen oder 18,1 Prozent. Aktuell sind noch 1.313 Jugendliche unversorgt, während 850 Ausbildungsstellen weiterhin unbesetzt sind.

Thorsten Schumacher, Operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal, spricht dennoch von einem weiterhin lebendigen Ausbildungsmarkt. Ein Ausbildungsbeginn sei vielfach noch bis in den Herbst möglich. Gleichzeitig appelliert die Arbeitsagentur an Unternehmen, bei der Auswahl von Bewerbern offen zu bleiben und auch Kandidaten eine Chance zu geben, die nicht auf den ersten Blick perfekt erscheinen.

Solingen: Mehr Bewerber pro Ausbildungsplatz

Für die Klingenstadt fällt die Bilanz gemischt aus. Die Zahl der gemeldeten Bewerber sank gegenüber dem Vorjahr zwar leicht von 854 auf 807 (-5,5 Prozent). Gleichzeitig ging jedoch auch die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen deutlich zurück – von 665 auf 527 (-20,8 Prozent). Damit kommen inzwischen 154 Bewerber auf 100 betriebliche Ausbildungsstellen. Noch drastischer ist das Verhältnis bei den freien Stellen: Auf 100 unbesetzte Ausbildungsplätze kommen 192 unversorgte Bewerber.

Von den Solinger Bewerbern sind aktuell 290 junge Menschen noch ohne Ausbildungsplatz. Dem stehen lediglich 151 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber.

Kaufmännische Berufe besonders gefragt

Bei den Jugendlichen stehen weiterhin vor allem kaufmännische Berufe hoch im Kurs. Besonders häufig suchen Bewerber Ausbildungsplätze als Verkäufer, Kaufmann für Büromanagement oder Kfz-Mechatroniker. Ebenfalls gefragt sind Berufe im medizinischen Bereich, der Lagerlogistik, der Industrie sowie der Fachinformatik.

Arbeitsagentur wirbt für Flexibilität

Die Arbeitsagentur rät Jugendlichen, sich nicht ausschließlich auf ihren Wunschberuf zu konzentrieren. Auch weniger bekannte Ausbildungsberufe böten gute Karrierechancen. Gleichzeitig sollten Unternehmen ihre offenen Stellen weiterhin melden und bei der Auswahl potenzieller Auszubildender flexibel bleiben.

Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit unterstützt Jugendliche kostenfrei – telefonisch, per Videoberatung oder persönlich vor Ort. Auch Betriebe erhalten Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Nachwuchskräften.

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