RegionalesTrockenheit im Bergischen: Wupperverband reduziert Wasserabgabe in die Wupper

Trockenheit im Bergischen: Wupperverband reduziert Wasserabgabe in die Wupper

- Anzeige - spot_img

Bergisches Land – Anhaltende Trockenheit hat Folgen für die Region: Der Wupperverband reduziert ab sofort vorsorglich die Wasserabgabe aus der Wupper-Talsperre. Ziel ist es, die knappen Wasservorräte für die kommenden Wochen zu schonen und die Versorgung des Flusses auch bei weiter ausbleibendem Regen sicherzustellen.

Deutlich weniger Regen als üblich

Das laufende Wasserwirtschaftsjahr 2026 entwickelt sich im Wuppergebiet bislang außergewöhnlich trocken. Nach Angaben des Wupperverbandes fiel an der Referenzmessstelle an der Bever-Talsperre seit November 2025 rund ein Drittel weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt. Lediglich der Februar war deutlich zu nass, der Mai lag im normalen Bereich – alle übrigen Monate waren trocken oder sogar extrem trocken.

Bislang wurden lediglich 643 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Im langjährigen Mittel wären es zu diesem Zeitpunkt 988 Liter.

Wassertalsperren unterstützen die Wupper seit Monaten

Die Brauchwassertalsperren des Wupperverbandes gleichen in Trockenzeiten fehlendes Wasser in der Wupper aus. Dadurch wird verhindert, dass der Fluss zu wenig Wasser führt und das empfindliche Ökosystem Schaden nimmt.

Allein in diesem Jahr wurde die Wupper bereits an 111 Tagen mit insgesamt 29 Millionen Kubikmetern Wasser aus den Talsperren unterstützt.

Doch diese Unterstützung hat Auswirkungen auf die Reserven: Die Wupper-Talsperre ist aktuell nur noch zu 33 Prozent, die Bever-Talsperre zu 66 Prozent gefüllt.

Wasserführung wird bis Ende September reduziert

Um genügend Reserven für mögliche weitere Trockenphasen vorzuhalten, wird die Wasserabgabe nun vorsorglich reduziert. Am Pegel Kluserbrücke in Wuppertal sollen künftig in Trockenzeiten noch rund 3.000 Liter pro Sekunde statt bislang 3.500 Liter pro Sekunde fließen.

Das entspricht einer Verringerung der Wasserführung um knapp 15 Prozent. Der Wasserstand sinkt dadurch an dieser Stelle von etwa 21 auf 18 Zentimeter.

Die Maßnahme gilt zunächst bis 30. September 2026. Der Wupperverband will die Auswirkungen auf Wasserqualität und Ökosystem durch ein kontinuierliches Gewässermonitoring genau beobachten.

Lehren aus dem Trockenjahr 2025

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Wupperverband die Wasserabgabe schrittweise reduziert. Dadurch konnte verhindert werden, dass die Brauchwassertalsperren vollständig leer liefen. Gleichzeitig blieb die wichtige Funktion der Niedrigwasseraufhöhung für die Wupper erhalten.

Angesichts des Klimawandels und immer häufiger auftretender Dürreperioden setzt der Verband künftig verstärkt auf ein flexibles Talsperrenmanagement.

Warum die Wasserabgabe so wichtig ist

Die Brauchwassertalsperren erfüllen mehrere Aufgaben gleichzeitig. Sie sorgen nicht nur dafür, dass die Wupper auch in Trockenzeiten ausreichend Wasser führt, sondern verbessern auch die Wasserqualität. Das ist besonders wichtig, weil gereinigtes Abwasser aus Kläranlagen in die Wupper eingeleitet wird und eine ausreichende Durchmischung benötigt.

Darüber hinaus übernehmen die Talsperren eine wichtige Funktion beim Hochwasserschutz.

Trinkwasserversorgung bleibt gesichert

Für die Trinkwasserversorgung besteht derzeit nach Angaben des Wupperverbandes kein Anlass zur Sorge. Die Trinkwassertalsperren verfügen weiterhin über ausreichende Reserven.

Aktuell liegen die Füllstände bei:

  • Herbringhauser Talsperre: 88 Prozent
  • Kerspe-Talsperre: 77 Prozent
  • Große Dhünn-Talsperre: 46 Prozent

Auch dort wurden bereits Maßnahmen ergriffen: Die Wasserabgabe an die Dhünn wurde seit März reduziert und die Wasserversorger greifen verstärkt auf alternative Rohwasserquellen zurück.

Der Wupperverband appelliert dennoch an die Bevölkerung, Trinkwasser weiterhin bewusst und sparsam zu verwenden.

- Anzeige - spot_img