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FDP Solingen stellt sich nach Krise neu auf – Richard Collings übernimmt Kreisvorsitz

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Solingen – Nach turbulenten Monaten und internen Auseinandersetzungen hat die FDP Solingen einen personellen Neustart vollzogen. Auf einem außerordentlichen Kreisparteitag in der Stadt-Sparkasse Ohligs wählten die Mitglieder am Dienstag einen neuen Kreisvorstand. Zum neuen Kreisvorsitzenden wurde der 28-jährige Richard Collings gewählt.

Die Neuwahl war notwendig geworden, nachdem der bisherige Vorstand nach nur vier Monaten im Amt geschlossen zurückgetreten war. Damit will der Kreisverband nun einen Schlussstrich unter die jüngsten parteiinternen Konflikte ziehen und sich organisatorisch wie politisch neu aufstellen.

Neuer Vorstand gewählt

An der Spitze des neuen Vorstandsteams steht künftig Richard Collings. Zu seinen Stellvertretern wurden Jannik von Chamier und Jens Amerongen gewählt. Das Amt des Schatzmeisters übernimmt Wilfried Pinell, Schriftführerin ist künftig Jutta Diefenbach. Komplettiert wird der Vorstand durch die Beisitzer Tizian Althaus und Gisela Adams.

„Schlussstrich unter der Vergangenheit“

In seiner Bewerbungsrede sprach Collings die schwierige Situation des Kreisverbandes offen an. Den Weg der FDP in den vergangenen Monaten bezeichnete er als „wenig geradeaus, eher Kreisverkehr“. Nach dem Rücktritt des geschäftsführenden Vorstandes hätten sich die Ortsvorsitzenden, die Jungen Liberalen und die verbliebenen Vorstandsmitglieder zusammengesetzt, um gemeinsam einen Neuanfang zu organisieren.

„Wir wollen einen Schlussstrich unter der Vergangenheit ziehen. Darum treten wir heute gemeinsam an – als Team. Wir sind Freiheitskämpfer, aber keine Einzelkämpfer“, erklärte Collings nach seiner Wahl. Zudem verwies er auf aktuelle Umfragen, die die FDP wieder bei fünf Prozent sehen, und sprach von einem spürbaren Rückenwind für die Partei.

Blick auf die Landtagswahl 2027

Inhaltlich kündigte der neue Kreisvorsitzende an, die Organisation des Kreisverbandes, den öffentlichen Auftritt sowie bestehende Veranstaltungsformate weiterzuentwickeln und neue Angebote zu schaffen. Ziel sei es, den traditionsreichen Solinger Kreisverband wieder zu stärken und sich mit einem überzeugenden Angebot für die Landtagswahl 2027 aufzustellen.

Nach Ansicht von Collings seien die schwachen Wahlergebnisse der vergangenen Jahre weniger auf die politischen Inhalte der FDP als vielmehr auf das Auftreten und das Personal der Partei zurückzuführen. Die Freien Demokraten müssten wieder stärker für Entlastung, Bürokratieabbau und notwendige Reformen werben.

Zur Person

Richard Collings ist 28 Jahre alt und arbeitet als Prokurist in einem mittelständischen Solinger Familienunternehmen. Parallel dazu studiert er. Politisch engagiert er sich seit 2017 – zunächst bei den Jungen Liberalen, später in der FDP-Ratsfraktion sowie im Kulturausschuss der Stadt Solingen.

Seit 2022 leitete er den Ortsverband Wald, der Anfang 2026 mit den Ortsverbänden Mitte und Gräfrath fusionierte. Bei der Europawahl 2024 trat Collings als FDP-Kandidat für Solingen an. Von 2025 bis März 2026 war er bereits stellvertretender Kreisvorsitzender der Solinger FDP, bevor er aus persönlichen Gründen zunächst nicht erneut kandidierte. Mit seiner Wahl übernimmt er nun die Führung des Kreisverbandes in einer Phase des politischen Neustarts.

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