Wuppertal – Es ist eine Ernennung, die weit über eine klassische Botschafterrolle hinausgeht. Denn Joel Dralus kennt das Bergische Kinder- und Jugendhospiz Burgholz nicht nur aus Besuchen oder Gesprächen. Er kennt das Haus aus eigener Erfahrung – seit er als 13-jähriger Junge erstmals selbst als erkranktes Kind dort zu Gast war. Elf Jahre später kehrt er nun in einer neuen Rolle zurück: als offizieller Botschafter des Bergischen Kinder- und Jugendhospizes Burgholz.
Am Dienstag wurde der 24-Jährige im Rahmen einer kleinen, sehr persönlichen Feier offiziell zum Botschafter ernannt. Die Urkunde überreichten Dr. Sabine Federmann, Vorstandsvorsitzende der Kinderhospiz-Stiftung Bergisches Land, und ihr Stellvertreter Andreas Müller. Mit der Ernennung würdigt die Stiftung zugleich das Engagement eines jungen Mannes, dessen Verbindung zum Bergischen Kinder- und Jugendhospiz Burgholz über viele Jahre gewachsen ist.
Einer, der weiß, wovon er spricht
Gerade die persönliche Geschichte macht Joel Dralus zu einem besonderen Botschafter. Er kennt die Sorgen, Herausforderungen, aber auch die besonderen Momente, die das Leben mit einer lebensverkürzenden Erkrankung mit sich bringt, aus eigener Erfahrung. Und er weiß, welche Bedeutung ein Kinder- und Jugendhospiz für die betroffenen jungen Menschen und ihre Familien haben kann.
Heute studiert Dralus Jura in Köln, setzt sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein, hält Vorträge bei Kongressen und Veranstaltungen und ist politisch aktiv. Seine Erfahrungen und sein gesellschaftliches Engagement möchte er künftig noch stärker nutzen, um der Kinderhospizarbeit eine Stimme zu geben.

Wie eng seine persönliche Verbindung zum Bergischen Kinder- und Jugendhospiz Burgholz ist, wurde bei der Ernennung deutlich. Dralus fand Worte, die viele der anwesenden Wegbegleiter sichtlich bewegten:
„Das Kinderhospiz ist für mich ein Ort, an dem ich über elf Jahre hinweg gewachsen bin und gelernt habe, dass meine lebensverkürzende Erkrankung ein Teil meiner Identität ausmacht. Ich bin dankbar für die Wegbegleiter, die ich hier in unterschiedlichster Art und Weise habe. Für die Gespräche, für eine starke Schulter und jeden Schabernack.“
Viele Wegbegleiter kamen zur Ernennung
Für die Feier waren aktive und ehemalige Mitarbeiter, Familien sowie Menschen gekommen, die Joel Dralus über die Jahre begleitet haben. Nach der offiziellen Übergabe der Urkunde wartete zudem eine Überraschung auf den neuen Botschafter: eine eigens für diesen Anlass gestaltete Torte.
Dass aus dem damals 13-jährigen Hospizgast elf Jahre später ein Botschafter des Hauses werden würde, machte den Tag auch für das Team zu einem außergewöhnlichen Ereignis.
Hospizleiterin Kerstin Wülfing beschreibt die Ernennung entsprechend emotional: „Es ist für jeden hier ein ganz besonderer Moment. Viele von uns kennen Herrn Dralus, seit er ein Kind war. Seine Entwicklung und was er bis heute erreicht hat, ist beeindruckend. Wir alle sind unglaublich stolz, dass er für unser Haus die Aufgabe des Botschafters übernimmt.“
Kinderhospizarbeit stärker ins öffentliche Bewusstsein bringen
Mit seiner neuen Aufgabe möchte Joel Dralus dazu beitragen, Berührungsängste abzubauen und die Arbeit von Kinder- und Jugendhospizen stärker ins gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken. Dabei geht es ihm auch darum, den Anliegen betroffener Kinder, Jugendlicher und ihrer Familien politisch mehr Gehör zu verschaffen.
„Es ist mir eine Herzensangelegenheit, die Themen der Kinderhospizarbeit stärker in den Fokus gesellschaftlicher und politischer Debatten zu rücken“, so Dralus weiter.
Für das Bergische Kinder- und Jugendhospiz Burgholz ist damit ein Botschafter gewonnen, der nicht von außen auf die Kinderhospizarbeit blickt. Joel Dralus hat selbst erlebt, was dieser Ort bedeuten kann. Aus einem 13-jährigen Gast wurde über viele Jahre ein Wegbegleiter – und nun ein Botschafter.
Eine Entwicklung, die sich kaum planen lässt und gerade deshalb für das Bergische Kinder- und Jugendhospiz Burgholz etwas ganz Besonderes ist.










