Solingen – Die anhaltende Trockenheit sorgt in Solingen für eine erhebliche Brandgefahr. Für das Stadtgebiet gilt derzeit die Waldbrandgefahrenstufe 4 von 5. Die Stadt hat deshalb mit sofortiger Wirkung das Grillen auf öffentlichen Grillplätzen untersagt. Doch auch im heimischen Garten ist jetzt besondere Vorsicht geboten. Schon ein Funke oder ein Stück glühende Kohle kann ausreichen, um trockenes Gras oder andere Vegetation in Brand zu setzen.
Betroffen vom aktuellen Grillverbot ist in Solingen insbesondere der öffentliche Grillplatz im Bärenloch. Nach Angaben der Stadt wird auch für Freitag weiterhin die Waldbrandgefahrenstufe 4 erwartet. Erst ab Samstag soll sie nach der derzeitigen Prognose des Deutschen Wetterdienstes auf Stufe 3 zurückgehen.
Stufe 4 bedeutet eine hohe Waldbrandgefahr. Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes reicht insgesamt von Stufe 1 bis Stufe 5.
Auch im eigenen Garten jetzt besonders vorsichtig sein
Das Verbot der Stadt betrifft zwar ausschließlich die öffentlichen Grillplätze. Die derzeitige Wetterlage sollte jedoch auch bei privaten Grillabenden, Gartenpartys oder anderen Veranstaltungen im Freien unbedingt berücksichtigt werden.
Der Deutsche Feuerwehrverband warnt bei hoher Vegetationsbrandgefahr ausdrücklich vor besonderer Sorgfalt beim Umgang mit offenem Feuer und nennt dabei ausdrücklich auch das Grillen. Vor allem Wind kann Funken oder Glut in trockene Vegetation tragen.
Wer derzeit privat grillt, sollte deshalb mehr Vorsichtsmaßnahmen treffen als gewöhnlich. Der Grill sollte kippsicher und möglichst windgeschützt sowie mit ausreichendem Abstand zu trockenem Gras, Hecken, Sträuchern und anderen brennbaren Materialien aufgestellt werden. Ein Grill darf zudem niemals unbeaufsichtigt bleiben.
Wasser, Sand oder Feuerlöscher griffbereit halten
Angesichts der aktuellen Trockenheit empfiehlt es sich außerdem, bereits vor dem Anzünden des Grills geeignete Löschmittel unmittelbar bereitzuhalten.
Der Deutsche Feuerwehrverband empfiehlt unter anderem einen Kübel mit Sand oder einen geeigneten Feuerlöscher, insbesondere mit Wasser oder Schaum, zum Ablöschen bereitzuhalten. Bei privaten Grillveranstaltungen kann es darüber hinaus sinnvoll sein, einen angeschlossenen und sofort einsatzbereiten Gartenschlauch in Reichweite zu haben.
Wichtig: Brennendes Fett darf niemals mit Wasser gelöscht werden. Hierdurch kann es zu einer gefährlichen Fettexplosion kommen. Bei einem Fettbrand muss die Sauerstoffzufuhr unterbunden beziehungsweise das Feuer mit dafür geeigneten Mitteln, beispielsweise Sand, gelöscht werden.
Vorsicht vor Funkenflug und heißer Glut
Besondere Aufmerksamkeit ist derzeit auch nach dem eigentlichen Grillen notwendig. Grillkohle und Asche können noch lange Zeit Hitze speichern. Die Feuerwehr empfiehlt deshalb, den Grill weiter zu beaufsichtigen, bis die Glut vollständig ausgekühlt ist. Heiße oder noch glimmende Asche gehört keinesfalls in Kartons oder Kunststoffbehälter.
Spiritus, Benzin oder andere flüssige Brandbeschleuniger sind beim Anzünden grundsätzlich tabu. Sie können zu explosionsartigen Stichflammen und schwersten Verbrennungen führen.
Auch Feuerschalen, Feuerkörbe und andere offene Feuerstellen sollten angesichts der derzeitigen Trockenheit besonders kritisch betrachtet werden. Der Deutsche Feuerwehrverband weist darauf hin, dass Feuerstätten im Freien ausreichend Abstand zu Gebäuden und leicht entzündlichen Stoffen benötigen.
Zigaretten können Brände auslösen
Die Stadt Solingen appelliert zudem eindringlich an Raucher. Achtlos weggeworfene Zigaretten und andere glimmende Gegenstände können bei der ausgetrockneten Vegetation schnell einen Brand verursachen.
Offenes Feuer ist im Wald und in unmittelbarer Nähe ist gesetzlich verboten. Entsprechende Verbote müssen unbedingt eingehalten werden.
Auch Fahrzeuge können zur Gefahr werden: Der Deutsche Feuerwehrverband warnt davor, Fahrzeuge mit heißen Abgasanlagen auf trockenem, hohem Bewuchs abzustellen.
Zufahrten für die Feuerwehr unbedingt freihalten
Waldwege und Zufahrten dürfen keinesfalls zugeparkt werden. Im Ernstfall benötigt die Feuerwehr diese Wege, um möglichst schnell an einen Brandherd heranzukommen.
Wer Rauch oder einen Brand bemerkt, soll sofort die Feuerwehr über den Notruf 112 verständigen. Dabei sollte der Standort so genau wie möglich beschrieben werden. Gleichzeitig gilt: Eigene Löschversuche dürfen nur erfolgen, wenn dabei keine Gefahr für die eigene Sicherheit besteht. Im Zweifel hat der Eigenschutz immer Vorrang.
Das sollten Solinger derzeit beim Grillen beachten:
- Grill möglichst windgeschützt und kippsicher aufstellen
- großen Abstand zu trockenem Gras, Hecken und anderen brennbaren Materialien halten
- Grill niemals unbeaufsichtigt lassen
- Wasser beziehungsweise einen einsatzbereiten Gartenschlauch, Sand oder geeigneten Feuerlöscher bereithalten
- keinen Spiritus, kein Benzin und keine anderen flüssigen Brandbeschleuniger verwenden
- bei starkem Funkenflug besonders vorsichtig sein und im Zweifel auf das Grillen verzichten
- Kinder vom Grill und von Löschmitteln fernhalten
- Glut und Asche vollständig auskühlen lassen
- Zigaretten und andere glimmende Gegenstände niemals achtlos wegwerfen
- bei Rauchentwicklung oder einem außer Kontrolle geratenen Feuer sofort 112 wählen
Die derzeitige Waldbrandgefahrenstufe 4 zeigt: Ein unachtsamer Moment kann bei der ausgetrockneten Vegetation ausreichen. Wer in diesen Tagen grillt oder anderweitig mit Feuer im Freien umgeht, sollte deshalb lieber eine Vorsichtsmaßnahme zu viel treffen als eine zu wenig.










