Solingen/NRW – Nach dem bereits ausgesprochenen Grillverbot auf öffentlichen Grillplätzen in Solingen verschärft sich die Lage rund um die anhaltende Trockenheit weiter. Die NRW-Landesregierung ruft die Bevölkerung dazu auf, Wälder derzeit nicht zu betreten. Hintergrund sind die hohe Brandgefahr sowie mehrere aktuelle Waldbrände im Land.
Der Appell erhält auch für Solingen besondere Bedeutung. Im Stadtgebiet gilt derzeit Waldbrandgefahrenstufe 4 – hohe Gefahr. Wegen der Trockenheit hatte die Stadt bereits das Grillen auf öffentlichen Grillplätzen untersagt.
Reul und Gorißen warnen vor schneller Brandausbreitung
Innenminister Herbert Reul und Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen machen deutlich, dass von Waldbränden nicht nur eine Gefahr für die Natur ausgeht. Feuer könnten sich bei den derzeitigen Bedingungen sehr schnell ausbreiten und dabei auch Fluchtwege abschneiden. Gleichzeitig weist die Landesregierung darauf hin, dass viele Waldbrände durch menschliches Fehlverhalten verursacht werden.
Anlass für den aktuellen Appell ist unter anderem ein größerer Waldbrand im Hürtgenwald. Hinzu kommen weitere Brände in Nordrhein-Westfalen.
Die Landesregierung fordert die Menschen zudem ausdrücklich auf, sich von bereits bestehenden Brandstellen fernzuhalten. Dadurch sollen weder Menschen selbst gefährdet noch die Einsatzkräfte bei ihren Löscharbeiten behindert werden. Wer Rauch oder Feuer entdeckt, sollte unverzüglich über Notruf 112 die Feuerwehr verständigen.
Kein generelles Betretungsverbot – aber dringender Appell
Wichtig ist dabei die Unterscheidung: Nach dem bislang veröffentlichten Wortlaut handelt es sich nicht um ein landesweites Betretungsverbot für Wälder. Die Landesregierung appelliert vielmehr eindringlich an die Bevölkerung, die Wälder angesichts der derzeitigen Situation nicht zu betreten.
Der Deutsche Wetterdienst unterscheidet bei seiner Bewertung zwischen fünf Gefahrenstufen. Die aktuelle Stufe 4 bedeutet für Solingen eine hohe Waldbrandgefahr. Der Waldbrandgefahrenindex beschreibt dabei das witterungsbedingte Potenzial für Waldbrände und dient unter anderem den zuständigen Landesbehörden als Grundlage zur Einschätzung der Situation.
In Solingen ist besondere Vorsicht geboten
Für die Solinger bedeutet die aktuelle Situation vor allem: Alles vermeiden, was auch nur einen Funkenflug oder eine Entzündung verursachen könnte. Das gilt nicht nur unmittelbar im Wald. Auch auf trockenen Wiesen, an Waldrändern und auf Grundstücken in unmittelbarer Nähe zu Vegetationsflächen ist derzeit besondere Vorsicht angebracht.
Das bereits geltende Grillverbot auf öffentlichen Grillplätzen sollte deshalb ebenso ernst genommen werden wie der aktuelle Appell der Landesregierung. Auch bei privaten Grillveranstaltungen ist angesichts der Trockenheit äußerste Vorsicht sinnvoll. Löschmittel wie ausreichend Wasser oder ein angeschlossener Gartenschlauch sollten für den Ernstfall unmittelbar griffbereit sein.
Besonders gefährlich können weggeworfene Zigaretten, offenes Feuer und andere Zündquellen sein. Auch Fahrzeuge sollten nicht auf trockenem Gras oder anderer leicht entzündlicher Vegetation abgestellt werden.
Bei Rauchentwicklung sofort die 112 wählen
Wer im Wald oder auf einer Grünfläche eine verdächtige Rauchentwicklung oder sogar Flammen bemerkt, sollte sofort die Feuerwehr über den Notruf 112 alarmieren. Eigene Löschversuche sind nur dann sinnvoll, wenn dies ohne Eigengefährdung möglich ist.
Angesichts der aktuellen Lage lautet die Empfehlung für das Wochenende damit deutlich: Waldgebiete nach Möglichkeit meiden und jede vermeidbare Brandgefahr konsequent verhindern.










