Kunst & KulturSolinger Kay Ganahl lädt zum Literarischen Wandertag im Schlosspark Benrath

Solinger Kay Ganahl lädt zum Literarischen Wandertag im Schlosspark Benrath

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Düsseldorf/Solingen – Schloss Benrath zeigt höfische Pracht – und den Machtanspruch, der dahinterstand. Das restaurierte Baudenkmal erzählt von Baukunst, Repräsentation und gesellschaftlichem Abstand.

Das gilt auch für die weitläufige Parkanlage. Der Benrather Schlosspark zählt zu den bekannten Ruhe- und Kulturorten in Deutschland. Er ist weit mehr als nur Beiwerk zum Schloss: Auch hier werden Repräsentation und Prunk der früheren Schlossherren sichtbar.

In dieser besonderen Kulisse rückte am letzten Sonntag, 16. August 2026, die deutsche Gegenwartsliteratur in den Mittelpunkt – direkt, geistreich und nah am Publikum. So hatte es sich Initiator und Organisator Kay Ganahl aus Solingen für den mittlerweile 11. Literarischen Wandertag vorgestellt.

Jedes Jahr wird dabei zu einem zuvor festgelegten Thema in der Natur öffentlich gelesen. Die Literarischen Wandertage, die erstmals in Solingen durchgeführt wurden, haben in Nordrhein-Westfalen inzwischen Tradition. Ganahl hatte erkannt, dass auch der Benrather Schlosspark ein geeigneter Ort für literarische Autorenlesungen ist.

An diesem sonnigen Sonntagnachmittag mit milden Temperaturen bildete die besondere Parkkunst den Rahmen für öffentlich gelesene Texte von Autoren, die sich mit dem Thema „Bauen und leben“ beschäftigten.

Rund 50 Gäste begleiten die Autoren

Rund 50 Gäste folgten den Lesungen, die links neben dem Seitenflügel des Schlosses begannen. Werner Prast aus Monheim am Rhein eröffnete den bunten literarischen Reigen. Jeder Autor hatte dabei seine eigene Literaturstation.

Für die musikalische Begleitung sorgte Raughi Ebert aus Meerbusch, der immer wieder mit seinem anregenden Gitarrenspiel Akzente setzte.

Foto: Kay Ganahl

Auf der Route folgte anschließend Professor Hansen aus Düsseldorf. Er brachte zu Thomas Manns „Der Betrogene“ aus dem Jahr 1953 in freier, freundlich-professoraler Haltung deskriptive und analytische Gedanken dar.

Andreas Achenbach, einer der bekannten Kreativen Düsseldorfs und seiner Nachbarstädte, nahm auf einer der Parkbänke an der Obstbaumwiese Platz und ließ die Zuhörer an seiner literarisch-philosophischen Gedankenwelt teilhaben.

Kay Ganahl mit Essays über Leben und Bauen

Kay Ganahls Essays über das Leben und das Bauen sorgten anschließend mit ihrer direkten Sachlichkeit und klaren Bezügen auf das deutsche Alltagsleben der Gegenwart für Nachdenklichkeit. Dabei stand insbesondere die philosophische Betrachtung des Themas im Mittelpunkt.

Dirk Steinert, Wuppertaler Autor und Mitglied der „Solinger Autorenrunde und Freunde“, las in der Fächerallee eine kurze Geschichte vor und erhielt dafür viel anerkennenden Applaus.

Der Düsseldorfer Literaturwissenschaftler Christian Rupprecht ging in seinem Text und Vortrag näher auf die Architektur der Schlossanlage ein und setzte mit seinen kritischen Reflexionen eigene Akzente.

Die Gesellschaft zog anschließend zunächst nicht weiter, sondern blieb im Hier und Jetzt eines kleinen architektonischen Idylls. So konnte Elke Seifert, Autorin und Geschäftsführerin des Düsseldorfer Literatursalons ElkeS-Art, mit ihrem Lesebeitrag und Auskünften über ihren weitreichenden kulturellen Tätigkeitsradius die Lesungen fortsetzen.

Gedichte, Romanprojekt und Musik

Dr. Manfred Luckas, Autor und Literaturwissenschaftler aus Köln, setzte mit eigenen Gedichten einen tiefsinnigen und zugleich weltverbundenen Akzent an diesem Literaturnachmittag.

Foto: Kay Ganahl

Für einen musikalischen Abschluss sorgte schließlich der aus dem Iran stammende Solinger Künstler Gholamreza Amani. Er engagiert sich mit seinem Deutsch-Persischen Kulturaustausch- und Sportverein Solingen. Im Schlosspark schlug er die Trommel und sang dazu ein Lied, das er aus seiner Muttersprache übersetzt hatte.

Damit war der letzte Programmpunkt erreicht. Die Zeit war für Teilnehmer und Besucher schnell vergangen: Zweieinhalb Stunden Literatur und Musik im Schlosspark Benrath lagen hinter ihnen – eingebettet in eine Kulisse, in der Architektur, Geschichte, Natur und Gegenwartsliteratur an diesem Nachmittag miteinander verbunden wurden.

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