StadtteileISG verteidigt Ausschluss politischer Gruppen vom Ohligser Kinderfest

ISG verteidigt Ausschluss politischer Gruppen vom Ohligser Kinderfest

- Anzeige - spot_img

Die „Omas gegen Rechts“ und die „Parents for Future“ werden am 6. September nicht mit eigenen Angeboten auf dem Ohligser Kinderfest vertreten sein. ISG-Vorstandsmitglied Dr. Teut-Achim Rust erläuterte den Solinger Nachrichten die Gründe für die Entscheidung.

Solingen – Zwei Veranstaltungen, zwei unterschiedliche Konzepte: Während auf dem Ohligser Marktplatz das Kinderfest der Immobilien- und Standortgemeinschaft Solingen-Ohligs (ISG) stattfindet, lädt die Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft (OWG) rund um die Düsseldorfer Straße zum Verwöhnsonntag mit geöffneten Geschäften ein.

Für Diskussionen sorgt die Entscheidung der ISG, die „Omas gegen Rechts“ und die „Parents for Future“ nicht mit eigenen Angeboten am Kinderfest teilnehmen zu lassen. Die beiden Initiativen gelten dem Veranstalter als politisch ausgerichtet. Genau das möchte die ISG bei ihrem Fest vermeiden.

Eigentümer äußerten Bedenken

Nach Angaben von ISG-Vorstandsmitglied Dr. Teut-Achim Rust hatten zahlreiche Eigentümer aus dem Mitgliederkreis Vorbehalte gegen eine Beteiligung der beiden Gruppen geäußert. Sie bewerteten deren Engagement auf einem Kinderfest kritisch, weil sie beide Initiativen als politische Akteure ansehen.

Rust erläuterte den Solinger Nachrichten am Freitagabend in einem Telefongespräch, dass sich die Entscheidung nicht gegen einzelne politische Positionen oder ausschließlich gegen Gruppen aus einem bestimmten gesellschaftlichen Spektrum richte. Für die ISG stehe vielmehr der grundsätzliche Charakter des Kinderfestes im Mittelpunkt.

Der Vorstand habe deshalb beschlossen, politisch auftretende Initiativen nicht in das Kinderfest einzubeziehen. Diese Linie gelte nach den Worten von Rust unabhängig davon, ob eine Organisation dem linken oder dem rechten politischen Spektrum zugerechnet werde.

Politische Neutralität soll gewahrt bleiben

Nach Darstellung des ISG-Vorstands hatte es zuvor den Versuch gegeben, mit den „Omas gegen Rechts“ eine Lösung zu finden. Die Beschäftigung mit Demokratie werde von der ISG nicht grundsätzlich abgelehnt. Im Raum stand jedoch eine Teilnahme, bei der die politische Zuordnung der Initiative nicht erkennbar gewesen wäre. Aus Sicht der ISG wäre mit einem Auftritt unter dem Namen der Initiative eine politische Botschaft verbunden gewesen. Ähnliche Vorbehalte bestanden gegenüber den „Parents for Future“.

Rust betonte zugleich, dass die Entscheidung nicht bedeute, sämtliche Ziele der beiden Organisationen abzulehnen. Der Vorstand habe sich vielmehr verpflichtet gesehen, das Kinderfest politisch neutral auszurichten. Das grundsätzliche Thema „Politik“ soll nach seinen Angaben auch bei der nächsten Vorstandssitzung der ISG beraten werden.

Alternative beim Verwöhnsonntag

Ganz verzichten müssen die beiden Initiativen auf ihre geplanten Angebote nicht. Wie das Solinger Tageblatt berichtet, sind die „Omas gegen Rechts“ und die „Parents for Future“ beim parallel stattfindenden Verwöhnsonntag der OWG willkommen.

Damit verfolgen die beiden Veranstalter am 6. September unterschiedliche Konzepte: Die ISG möchte ihr Kinderfest politisch neutral halten, während die OWG gesellschaftspolitisch engagierten Gruppen Raum gibt.

- Anzeige - spot_img